20.05.2011 | 15:41:00 | ID: 9535 | Ressort: Verbraucher | Hobby & Freizeit

Minister Backhaus: M-V erfolgreich auf dem Weg zum Anglerparadies

Sternberg (agrar-PR) - Anlässlich der Landesdelegiertenkonferenz des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. morgen in Sternberg würdigte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr Till Backhaus den Einsatz der Angler für die Erreichung von Naturschutzzielen in FFH-Gebieten.
Dieser käme in zahlreichen freiwilligen Vereinbarungen zum Schutz und zur Verbesserung von Lebensräumen und Arten in diesen Gebieten zwischen den zuständigen Börden und dem Landesanglerverband oder regionalen Verbänden zum Ausdruck. Beispiele dafür seien der Greifswalder Bodden, die Wismarbucht oder die Stepenitz.

Im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern erfreut sich das Angeln immer größerer Beliebtheit. Allein im letzten Jahr kamen z.B. 3.783 potentielle Mitglieder hinzu, die einen Fischereischein auf Lebenszeit erworben haben. Darüber hinaus konnten im letzten Jahr in den Küstengewässern 63.803 Jahresangelkarten und von den Binnenfischern 45.427 Jahresangelkarten für die Binnengewässer ausgegeben werden. Die Zahl der Jahresangelberechtigungen sowohl für die Ostsee als auch für die Binnengewässer hat gegenüber dem Jahr 2009 um über 20 Prozent zugenommen. "Das hängt sicherlich mit den finanziell attraktiven Konditionen zusammen, lässt aber auch darauf schließen, dass immer mehr Angler das Ziel haben, häufiger angeln zu gehen als nur einmal im Jahr. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen und verdeutlicht die Attraktivität unserer Gewässer für die Angler", hebt Minister Backhaus hervor.

Bei den Touristenfischereischeinen stieg die Anzahl verkaufter Scheine um mehr als 300 auf 14.015 Touristenfischereischeine. Davon wurden 11.411 an Bürger anderer Bundesländer verkauft, 416 an Ausländer und 2.188 an Bürger aus MV. "Jetzt im April mit seiner langen Sonnenperiode kam es zu einem Run auf die Touristenfischereischeine, so dass die Zahlen für 2011 vielleicht noch besser ausfallen werden. Dies belegt erneut, wie richtig es war, die Möglichkeit eines Touristenfischereischeins anzubieten", so der Minister.

Das Land prüft derzeit Möglichkeiten, den Erwerb der Angelerlaubnis über online-Verfahren zu verbessern und zu erweitern. "Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem nächsten Haushalt eine Lösung finden werden, um die Ausgabe der Angelkarten von zuhause aus zu gewährleisten", so Minister Backhaus.

Von großer Bedeutung für den Landesanglerverband sind Erfolge bei der Umsetzung des Aalmanagements. Für Besatzmaßnahmen gibt das Land jährlich 560.000 Euro aus. Davon werden 400.000 € als 80%igen Zuschuss an Fischer und Angler für den Besatzmaßnahmen gezahlt. Die restlichen 160.000 €/Jahr sind notwendig, um Fremdleistungen sowie Sach- und Personalkosten zu finanzieren. Die Förderung des Besatzes bis zum Jahr 2015 vorbehaltlich der Haushaltsbeschlüsse gesichert.

Zudem hat das Landwirtschafts- und Umweltministerium  Besatzmaßnahmen von 500.000 Stück Meerforellen im Wert von 42.278 € in die geeigneten Flüsse mit Mündung in die Ostsee und 400.000 Stück vorgestreckte Schnäpel in der Darßer Boddenkette mit einem finanziellen Wert von 40.000 € unterstützt.

Mit Mitteln des Europäischen Fischereifonds und des Landes wurde erheblich in den Bau von Fischaufstiegshilfen investiert. Bis Ende 2010 waren dies 1,7 Mio Euro. Beispiele dafür sind die Fischaufstiegsanlage am Wehr Moidentin im Wallensteingraben und die Umgehungsgerinne an der Rögnitz am Wehr Leussow. Insgesamt stehen bis Ende 2013 für den Bau von Fischaufstiegsanlagen und die Renaturierung von Gewässern über 7 Mio. € zur Verfügung. Damit können so wichtige und kostspielige Vorhaben wie die Wehranlage Torgelow an der Uecker realisiert werden.

"Wir verbessern damit die Durchgängigkeit der Gewässer in MV. Das hilft nicht nur den Aalen, sondern allen Fischen, vor allem den Wanderfischen. Es hilft aber auch, die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen", so der Minister. 

"Zu größeren Diskussionen haben in diesem Jahr die in Landeseigentum befindlichen Gewässer, die teilweise in Schutzgebieten gelegen sind, geführt. Die für diese Gebiete geltenden Verordnungen oder Behandlungsrichtlinien bildeten die Grundlage für die Formulierung naturschutzfachlicher Auflagen für die Angelnutzung in den abgeschlossenen Pachtverträgen. Daher sind bei der Neuverpachtung von Gewässern die damit verbundenen gebietsspezifischen Schutzzwecke und Erhaltungsziele zu berücksichtigen. Dies ist neu, aber naheliegend, denn damit nutzt das Land eine Steuerungsmöglichkeit zur Umsetzung der auf gemeinschaftlichem Recht basierenden Verpflichtung, für konkrete gewässergebundene Arten und Lebensräume einen guten Erhaltungszustand zu sichern.

"Ich wünsche mir vom LAV als anerkanntem Naturschutzverband, dass er in der Diskussion und Abstimmung naturschutzfachliche Grundsätze in NATURA -2000-Gebieten Naturschutzbelange berücksichtigt. Der LAV ist in Bezug auf den Arten- und Lebensraumschutz in und an Gewässern ein bewährter Partner und ich gehe davon aus, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird", erklärt der Minister.

Durch das LALLF wurden 2010 insgesamt 1.680 rechtswidrige Handlungen gegen fischereirechtliche Vorschriften registriert. Das sind rund 18 Prozent weniger Feststellungen als im Vorjahr. Bei den Anglern war die "Schwarzangelei" in Verbindung mit der Verletzung der Fischereischeinpflicht das häufigste Delikt. "Solche Vorkommnisse schaden dem guten Ruf der Angler", erklärt der Minister und lobt in diesem Zusammenhang die Fischereiaufsicht Mecklenburg-Vorpommerns die zu den effektivsten in der Bundesrepublik Deutschland zählt. Einen ganz wesentlichen Anteil daran haben die ehrenamtlichen Fischereiaufseher

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern hat knapp 42.000 Mitglieder, die in 613 Vereinen organisiert sind. (PD)
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