08.07.2021 | 10:09:00 | ID: 30476 | Ressort: Verbraucher | Medien

Die Auswirkung von Corona auf die Schulbildung

Stuttgart (agrar-PR) - Homeschooling während der Pandemie
Das Recht auf Bildung stand während der Pandemie unter Bedrohung. Um unseren Nachwuchs zu schützen, mussten auch sie zu Hause bleiben. Nicht nur die Kinder hatten mit dem plötzlichen Wechsel ihrer Lebenssituation zu kämpfen. Auch die Eltern stecken in einer Ausnahmesituation, unter der sie neben ihrem Job die Betreuungsaufgaben von Bildungseinrichtungen übernehmen mussten. Das ist eine große wirtschaftliche und emotionale Belastung für alle beteiligten.

Das unvorbereitete Schulsystem musste digitale Lösungen für das Lernen und den Unterricht erstellen. Das war nicht nur technisch eine Herausforderung. Auch inhaltlich und didaktisch hat der Fernunterricht andere Bedingungen als Präsenzunterricht. Viele Lehrende und Lernende haben hier Neuland betreten. Welche Entwicklungen haben sich daraus ergeben? Werden manche der Strategien auch nach der Pandemie überleben? Inzwischen kristallisieren sich dazu Antworten heraus, denen wir hier nachgehen wollen.

Homeschooling

Der Umschwung vom Lernort Schule zum Lernen zu Hause ist nicht einfach. Was vorher für das Kind vorprogrammiert war – ich gehe zur Schule, ich bin dort, um zu lernen – fällt nun weg. Zu Hause ist normalerweise der Ort, an dem das Kind neben gelegentlichen Hausaufgaben Freizeit hat. Studien bestätigen, dass die aktive Lernzeit sich während der Pandemie halbiert hat und passive Aktivitäten ansteigen.

Nun geht es darum den mentalen Schalter umzulegen, dass der Unterricht Zuhause genauso ernst zu nehmen ist, wie innerhalb der Schule. Das erfordert vermehrte Aufmerksamkeit vonseiten der Eltern, die sichergehen, dass die erforderliche Arbeit erledigt wird. Das ist zum einen eine Betreuung während des Remoteunterrichts, um die fehlende Präsenz der Respektsperson Lehrer*in auszugleichen. Daneben gibt es zahlreiche Möglichkeiten Lernschwächen auszubessern, auch auf Distanz zum Beispiel mit Online-Nachhilfe. Nicht zuletzt sollten Eltern auch auf nebenschulische Bildung zurückgreifen, um die Entwicklung ihrer Kinder zu unterstützen und soziale Defizite zu Pandemie-Zeiten aufzufangen.

Web-Teaching

Das Fernlehren ist holprig gestartet. Viele Server und Internetanbieter waren überlastet und hatten Ausfälle in ihrer Übertragung. Lehrende und das Schulsystem mussten umdenken: Wie gestaltet sich der Unterricht, wie kann ich Kontrolle auf meine Schüler*innen ausüben, wie viele Stunden können wir abdecken?

Ein aktiver Unterricht von 5 bis 8 Stunden, wie er vor Ort stattgefunden hat, war nicht umsetzbar. Vielerorts haben sich die Online-Präsenzveranstaltungen, bei denen Lehrende und Lernende anwesend waren, auf wenige Stunden in der Woche reduziert. In der Zwischenzeit ging es für die Schüler*innen um Eigenstudium. Gerade in sozial schwächeren Familien sind sie dabei untergegangen, da ihnen oft die antreibende Unterstützung von Lehrer*innen und dem sozialen Umfeld der Schule fehlte.

Dafür hat sich mit der Mediennutzung auch eine positive Entwicklung aufgetan. Interaktives, unterhaltsames Lernen on-demand ist populär geworden und wird Kindern und Jugendlichen vermehrt angeboten. So lernen sie spielerisch mit Videos oder Podcasts. Das hat die lange notwendige Digitalisierung der Schulwelt angetrieben, die aufrechterhalten werden sollte, um den modernen Nutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen entgegenzukommen.

Online-Nachhilfe

Gerade für Schüler*innen, die auf ihren Abschluss zusteuern, ist es wichtig, gut betreut zu werden. Der Remote-Schulunterricht kann das nicht immer auffangen. Zahlreiche Angebote wurden online gestellt, um Abiturient*innen zu unterstützen, beispielsweise durch YouTube-Videos der Goethe Gesellschaft Kiel. Sie müssen von den Schüler*innen aber selbst aufgesucht werden, und diese Eigenmotivation ist nicht immer vorhanden.

Wenn man sein Kind gezielt in der Lernvorbereitung unterstützen möchte, aber auch für das Aufholen von Lernschwächen jeder Altersklasse, gibt es Angebote von Online-Nachhilfeservices. Hier finden sich eine Vielzahl an Lehrberechtigten zu allen relevanten Fächern von Grundschule bis zum Abitur. Man wählt das gewünschte Fach und anhand der individuellen Bedürfnisse des Kindes wird die passende Lehrkraft ausgesucht und zugeteilt. Hier wird nachgeholt, was Lehrer*innen an Schulen im Online-Unterricht nicht leisten können. Jeder Nachhilfebedürftige bekommt Einzelstunden und wird mithilfe einer Lernplattform und Kameraanbindung aktiv unterstützt. So werden Lücken, passgenau nach dem Lernverhalten des Kindes ausgerichtet, bearbeitet.

Bedingung sind natürlich die technischen Voraussetzungen von Laptop/PC, Kamera und Mikrofon. Die Online-Stunden sind zudem meist kostengünstiger, als Nachhilfe vor Ort, da Reisekosten entfallen. Auch praktisch: Wenn man ein weiteres Kind mit ähnlicher Lücke hat, können sie ohne Aufkosten an der Stunde teilnehmen. Die Stunden selbst werden aufgezeichnet, damit die Schüler*innen sie jederzeit wiederholen können.

Nebenschulische Bildung

Durch die wegfallende Schule verlieren Schüler*innen auch einen Großteil ihrer sozialen Interaktionen. Um ihr Wohlbefinden zu schützen, liegt es an den Eltern, dies aufzufangen. Das lässt sich auch mit lehrreichen Tätigkeiten verbinden, beispielsweise das Einbinden der Kinder beim Kochen und der Ernährungsplanung. Vielfältige Museen haben Ausstellungen online gestellt und auch sonst können Eltern zu diesen Zeiten Tätigkeiten wie gemeinsames Lesen und Spielen häufen, um ihren Nachwuchs zu unterstützen.
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