24.09.2015 | 18:05:00 | ID: 21085 | Ressort: Verbraucher | Verbrauch & Konsum

Backhaus: Einkaufen mit Köpfchen erspart vielen Lebensmitteln den Gang in die Tonne

Schwerin (agrar-PR) -

Heute wurde im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Verschwendung von Lebensmitteln diskutiert.

„Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind aus ethischer, ökologischer, sozialer und nicht zuletzt ökonomischer Sicht problematisch und widersprechen fundamental dem Nachhaltigkeitsgedanken. Besonders vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung, knapper Ressourcen und einer steigenden Anzahl von Menschen, die vor Hunger fliehen, können wir es uns nicht mehr leisten, Lebensmittel maßlos zu entsorgen. Hier sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen gefragt. Jeder Einzelne kann im Alltag damit anfangen, in dem man vorrauschauend Lebensmittel – idealerweise saisonal und regional – kauft und nachhaltiger konsumiert“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute in Schwerin.

Der wichtigste Hebel zur Eindämmung von Lebensmittelabfällen liegt v.a. in dem Bereich der Aufklärung, da verschiedene Studien eine zunehmende Entfremdung der Verbraucher zu Lebensmitteln verdeutlichen. „Zum einen ist der Verlust der Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln zu erkennen, da seit Ende des zweiten Weltkrieges keine Lebensmittelknappheit mehr erlebt wurde. Das Lebensmittel ist überdies jederzeit bis zur letzten Minute vor Ladenschluss im vollen Regal verfügbar. Das macht die Milch oder das Brot beliebig und die Arbeit dahinter wird oft vergessen. Eine weitere Tendenz beschreibt den Verlust der Beziehung zur Herkunft der Lebensmittel: Immer weniger Menschen haben in den Industriegesellschaften eine Beziehung zur Landwirtschaft. Beim Verzehr von in Stäbchen gepresstem Fisch oder Wurst mit Teddy- oder Fußballmuster denkt kaum jemand an das Tier, das aufgezogen, gefüttert, betreut, geschlachtet wurde, aber vor allem die Quelle des Produktes war. Hier müssen wir darstellen, was ‚Lebensmittel‘ eigentlich noch bedeutet“, so der Minister.

Die Landesregierung und die von ihr geförderten Vereine und Institutionen setzen bereits seit Jahren zahlreiche Initiativen und Akzente, damit Verschwendung von Lebensmitteln wirksam eingedämmt werden kann. Dazu gehören:

  • der Landfrauenverband M-V e.V.,
  • die Sektion Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.,
  • die Vernetzungsstelle für Kita- und Schulverpflegung,
  • die Verbraucherzentrale M-V e.V.,
  • der Landesverband der Schullandheime e.V.

So befassen sich die Landfrauen bereits seit Jahren intensiv und öffentlich mit der Thematik. Die Landfrauen erreichten mit dem Teilprojekt aid-Ernährungsführerschein im Jahr 2014 insgesamt 582 Schüler in 30 Schulen. Die Vermittlung des Ernährungsführerscheins für Grund- und Förderschüler trägt genau so wie das sicher bekannte Streuobstprojekt zu einer höheren Wertschätzung von Lebensmitteln bei. Das Projekt ist einmalig in ganz Deutschland und die Teilnahme überwältigend: 18.109 Schüler und Lehrer in den Schullandheimen, 482 Kinder und Erzieher in den Kitas, 1.477 Schüler und Lehrer aus 5 Schulen und etwa 300 Kinder und Jugendliche aus Vereinen nahmen teil.

Das Schulobstprogramm kann man inzwischen ebenfalls als großen Erfolg bezeichnen. Mehr als 200 Schulen mit ca. 28.000 Kindern im ganzen Bundesland haben sich zur Apfelkiste angemeldet und knapp 2.000 Ernährungsführerscheine wurden von den Kindern erworben.

„Gerade wegen der Lebensmittelverschwendung ist es in unserer Gesellschaft so wichtig geworden, dass die DGE und die Verbraucherzentrale vermeintlich bekanntes Alltagswissen vermitteln müssen. So banal wie es sich vielleicht anhören mag“, fügte Dr. Backhaus an.

Zu den Regeln zählen:

  • Einkaufszettel schreiben!
  • Nicht hungrig einkaufen gehen!
  • Haltbarkeit prüfen!
  • Vorräte kontrollieren!
  • Nicht zu viel kochen! (Richtig planen spart Abfall.)
  • Wenn etwas übrig bleibt: Einfrieren oder kreativ weiterverwerten. (regierung-mv)
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