21.07.2011 | 10:55:00 | ID: 10174 | Ressort: Verbraucher | Verbrauch & Konsum

Eingebauter Sonnenschutz: Wie "aktive" Verpackungen Lebensmittel länger frisch halten

Bonn (agrar-PR) - Orangensaft ist ein beliebter Vitaminspender zum Frühstück. Schon seine goldgelbe Farbe wirkt frisch und gesund.
Das allerdings ändert sich schnell, wenn er mit Licht und Sauerstoff in Kontakt kommt: Beide zerstören den Farbstoff, die Vitamine und das Aroma des Saftes und aus dem sonnigen Fruchtsaft wird eine ungenießbare Flüssigkeit. Trotzdem liefern die Hersteller den empfindlichen Saft heute in PET-Flaschen aus - ein Material, das Licht und Sauerstoff normalerweise leicht durchlässt. Der Trick: Spezielle chemische Verbindungen in der Flaschenwand und im Verschluss filtern die aggressiven UV-Strahlen aus dem Licht und binden den Sauerstoff, bevor er an den Saft gelangt. Quasi eine Flasche mit eingebautem Sonnenschutz.

Das ist nur eines von vielen Beispielen für so genannte "aktive Verpackungen", die inzwischen bei vielen Lebensmitteln im Einsatz sind. Sie enthalten chemische Zusätze die Umwelteinflüsse abblocken, gezielt auf das Lebensmittel übergehen oder ihm bestimmte Stoffe entziehen. Das Ziel: Längere Haltbarkeit und Lebensmittel mit frischerem Erscheinungsbild. Aktive Verpackungen gibt es inzwischen viele, oft erkennt der Verbraucher sie aber nicht. Vor allem schnell verderbliche Produkte wie Fleisch, Wurst, Fertiggerichte, Obst, Gemüse oder Getränke sind mit aktiven Materialien verpackt. Die Zusätze befinden sich im Verpackungsmaterial, separat in Beuteln verpackt oder als Gasgemisch zwischen Lebensmittel und Hülle. So ist Wurst im Supermarkt oft in so genannten Skin-Folien vakuumverpackt.

Die durchsichtigen, sauerstoffundurchlässigen Folien liegen eng am Lebensmittel. Sie sind nicht nur mit UV-Absorbern versehen, sondern auch mit einer antimikrobiellen Beschichtung, die Bakterien oder Schimmelpilze abtötet. Damit die Folie wirkt, muss sie allerdings direkt am Kotelett oder der Wurst anliegen. Kommt eine Vakuumverpackung nicht infrage, dann werden Lebensmittel oft in Packungen mit Sauerstoff, Stickstoff oder Kohlendioxid geschützt. Diese Schutzgase verhindern, dass verpacktes Hackfleisch seine rote Farbe verliert, Pflanzenöl bitter schmeckt oder dass das Fertiggericht verdirbt. Der Verbraucher erkennt solche Verpackungen an dem Hinweis "Unter Schutzatmosphäre verpackt".

Weintrauben in der Plastikschale wird oft eine Kunststoffmatte beigelegt die Schwefeldioxid abgibt. Das Gas wirkt konservierend und schützt die Trauben vor Grauschimmel. Auch die Luftfeuchtigkeit steuern aktive Verpackungen: Salzhaltige Plastikfolien binden Wasserdampf, so dass Champignons im Regal länger halten. Ohne aktive Verpackungen wären viele Lebensmittel heute verdorben, bevor sie in der Küche ankommen. Gesundheitsgefahren müssen Konsumenten dadurch nicht befürchten: Bevor aktive Verpackungen am Markt eingesetzt werden dürfen, müssen sie bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugelassen werden. (aid)
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