04.08.2014 | 20:50:00 | ID: 18354 | Ressort: Verbraucher | Verbraucherschutz

Minister Alexander Bonde besucht auf seiner Sommertour das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart

Stuttgart (agrar-PR) - Verbraucherminister Bonde: „Verbraucherschutz konkret – CVUA Stuttgart analysiert und bewertet jährlich über 20.000 Proben“ - Baden-Württemberg hat hochkarätige Untersuchungsämter mit EU-Referenzlaboren

„Leistungsfähige Untersuchungsämter sind zentrale Säulen der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg. Das Land ist hier mit seinen hochkarätigen Untersuchungsämtern und seinen drei EU-Referenzlaboren bestens aufgestellt. Die Expertinnen und Experten des CVUA Stuttgart untersuchen und beurteilen jährlich zentral für Baden-Württemberg über 20.000 Proben von Lebensmitteln, Trinkwasser und Bedarfsgegenständen“, sagte der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde am Montag (4. August) beim Besuch des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart in Fellbach (Rems-Murr-Kreis). Minister Bonde informierte sich vor Ort unter anderem über den Untersuchungsschwerpunkt Verpackungsmaterialien, bei dem vor allem Spielwaren und Trinkflaschen untersucht werden. Er besuchte am CVUA auch das Europäische Referenzlabor für Pestizid-Rückstände sowie das Zentrallabor für Erkrankungsproben.

 

Lebensmittelverpackungen und Partyzubehör voller Überraschungen – Einfluss von bedruckten Verpackungen auf Lebensmittel

Die Expertinnen und Experten des Stuttgarter CVUA informierten Minister Bonde im Zentrallabor Bedarfsgegenstände anhand des praktischen Beispiels „Viel Chemie beim Kindergeburtstag – Partyzubehör voller Überraschungen“ über mögliche Gesundheitsrisiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie das Untersuchungsprozedere im Labor. „Krebserregende Nitrosamine in Luftballons, Druckfarbenbestandteile in der Schokolade und unerwünschte Stoffe in den Muffin-Förmchen – kaum zu glauben, wieviel Chemie in Partyzubehör für einen Kindergeburtstag stecken kann“, so Bonde bei der Präsentation im Zentrallabor für Bedarfsgegenstände. Wesentliche Frage bei der Untersuchung solcher Produkte ist, welche unerwünschten Stoffe im Partyzubehör in das Lebensmittel oder auf den menschlichen Körper übergehen können und welches Risiko damit verbunden ist. Die Produkte in immer grelleren Farben würden heute vor allem außerhalb der EU produziert, sagte der Minister weiter: „Die Erfahrung zeigt, dass in solchen Fällen die Standards oft nicht eingehalten werden. Nur hochqualifizierte Lebensmittelchemikerinnen und -chemiker, die mit den komplexen Untersuchungsmethoden, der Herstellung der Produkte und der rechtlichen Einordnung vertraut sind, können möglichen Gefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Spur kommen.“

 

Dies gelte ebenso bei den Lebensmittelverpackungen, so Bonde. „Lebensmittelverpackungen werden häufig zu Informations-, Werbe- und Dekorationszwecken bedruckt. Die dazu genutzten Farbsysteme bergen jedoch Risiken. Die verwendeten Substanzen sind teilweise nicht unbedenklich und können unter Umständen in das verpackte Produkt übergehen. Um dem Einfluss von bedruckten Verpackungen auf Lebensmittel und somit möglichen Gefahren auf die Spur zu kommen, bedarf es hochqualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leistungsfähiger Analysegeräte. Über beides verfügt das CVUA Stuttgart“, würdigte der Minister die Arbeit der Expertinnen und Experten vor Ort.

 

Hohes internationales Renommee – gefragte Experteninnen und Experten

Am CVUA Stuttgart ist außerdem das europäische Referenzlabor (EURL) für Einzelbestimmungsverfahren im Bereich Pestizide angesiedelt. Dieses Referenzlabor ist zuständig für alle schwierig zu analysierenden Pestizide in pflanzlichen Lebens- und Futtermitteln, für die wissenschaftliche Unterstützung der EU-Kommission sowie die Koordinierung von 33 Nationalen Referenzlaboratorien aus ganz Europa. Am CVUA Stuttgart werden jährlich 2500 Proben Frischobst, Frischgemüse sowie Erzeugnisse daraus auf bis zu 700 Pestizide zentral untersucht. Ziel ist, die analytische Qualität und damit auch den Verbraucherschutz in der EU zu harmonisieren und zu verbessern. „Das Europäische Referenzlabor spielt durch seine Kompetenz und Erfahrung eine herausragende Rolle im Netzwerk der Europäischen Pestizidlabore“, so Bonde.

 

Lebensmittelkeimen auf der Spur

Lebensmittelbedingte Erkrankungen kommen trotz vorbeugendem Verbraucherschutz leider immer wieder vor, wie zuletzt in einer Jugendherberge im Land mit über 60 Erkrankungen. Die zur Aufklärung derartiger Vorfälle entnommenen Lebensmittel werden im Land zentral am CVUA Stuttgart untersucht. Die schnelle Analyse der eingesandten Proben umfasst die detektivische Suche nach krankmachenden Mikroorganismen, Viren und Giftstoffen. „Hierzu arbeitet am CVUA ein interdisziplinäres Expertenteam aus Tierärzten, Biologen und Lebensmittelchemikern eng verzahnt mit  dem Überwachungspersonal der Städte und Landkreise und Einrichtungen des Bundes zusammen. Die Bündelung von Fachkompetenz und die vielfältigen analytischen Möglichkeiten in Fellbach bieten damit die beste Chance, lebensmittelbedingten Erkrankungen in Baden-Württemberg auf die Spur zu kommen. Auch die systematische wissenschaftliche Aufarbeitung der Fälle zeigt die hohe Kompetenz des Labors“, sagte Bonde abschließend.

 

Hintergrundinformationen:

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart steht im Verbund der vier CVUAs in Baden-Württemberg unter anderem für die thematischen Schwerpunkte Bedarfsgegenstände, Pestizidanalyse in pflanzlichen Lebensmitteln und die Untersuchung von Lebensmittelproben bei Verdacht auf Erkrankungen. Über 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 70 wissenschaftliche Sachverständige, Lebensmittelchemikerinnen und -chemiker, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Biologinnen und Biologen, beurteilen jährlich an die 20.000 Proben der amtlichen Lebensmittelüberwachung zentral für Baden-Württemberg.

 

Die Abteilung Bedarfsgegenstände untersucht zentral für Baden-Württemberg jährlich knapp 2.000 Proben Spielzeug und Materialien mit Lebensmittel- und Körperkontakt auf über 50.000 zu bewertende Untersuchungsergebnisse. Des Weiteren ist dem CVUA Stuttgart ein EU-Referenzlabor (EURL) für Einzelbestimmungsverfahren im Bereich Pestizide angegliedert. Weitere zwei EURL, die thematisch für Dioxine und PCB in Futter- und Lebensmitteln und für Pestizidrückstände in Lebensmitteln tierischer Herkunft zuständig sind, befinden sich am CVUA Freiburg.

 

Weitere Informationen sind im Managementbericht 2013 unter http://managementbericht.cvuas.de/untersuchungen.asp?ref=2 abrufbar.

 

Weitere Informationen rund um das Thema Verbraucherschutz finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de. Umfassende Informationen zur Arbeit der Chemischen Veterinär- und Untersuchungsämter sind im Internet unter www.ua-bw.de abrufbar.

 

 

Christa Krause
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