21.01.2016 | 17:25:00 | ID: 21762 | Ressort: Landwirtschaft | Bio

Sieger des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2016 kommt aus Hessen

Wiesbaden (agrar-PR) - Landwirtschaftsministerin Priska Hinz: „Das Hofgut Oberfeld aus Darmstadt setzt die gute Tradition hessischer Preisträger fort und zeigt, dass Hessen beim Ökolandbau Spitze ist“

„Ich gratuliere dem Hofgut Oberfeld ganz herzlich zur dieser Auszeichnung. Die Darmstädter setzen damit eine gute Tradition erfolgreich fort“, kommentierte Landwirtschaftsministerien Priska Hinz die Entscheidung zum Bundeswettbewerb „Ökologischer Landbau 2016“, die heute auf der „Internationalen Grünen Woche“ verkündet wurde. „An Hessen kommt man bei Biolebensmitteln und Ökolandbau nicht mehr vorbei: Bereits zum neunten Mal geht der Bundespreis „Ökologischer Landbau“ an einen Hof in Hessen“, so die Ministerin. Erneut wird damit die Arbeit eines ökologisch wirtschaftenden Betriebes in Hessen gewürdigt.

Der Bundeswettbewerb „Ökologischer Landbau“ wird jährlich vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung ausgeschrieben. Bewerben können sich landwirtschaftliche Betriebe aus unterschiedlichen Sparten. Der Wettbewerb will praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen auszeichnen. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Leistungen der jeweiligen Preisträger möglichst auf andere Betriebe übertragbar sein sollen. Dotiert ist der Preis mit 22.500 Euro, der in der Regel an drei Sieger vergeben wird. Jeder Sieger erhält maximal 7.500 Euro.

„Bei dem Preisträger handelt es sich um einen einzigartigen Betrieb der nach biodynamischen Prinzipien wirtschaftet. Mit der Verleihung des Bundespreises wird genau das ausgezeichnet, was auf dem Hofgut Oberfeld hautnah und jeden Tag erlebbar ist: das Engagement nicht nur in der ökologischen Landwirtschaft, sondern auch in der Sozialtherapie mit eigenem Schulbauernhof und kulturellen Aktivitäten“, sagte Ministerin Hinz. Der Betrieb hat eine lange Tradition: 1948 waren auf dem Hofgut 70 Menschen beschäftigt. Im Jahr der Übernahme 2006 waren es nur noch zwei. Seitdem hat sich das Hofgut neu aufgestellt und beteiligt als Oberfeld Landwirtschaft AG knapp 120 Gesellschafter. Inzwischen arbeiten mehr als 30 festangestellte und noch einmal so viele Teilzeitkräfte auf dem Hofgut Oberfeld. 

„Ein Schlüssel für den Erfolg dieses Bürgerunternehmens ist sicher, dass viele Menschen beteiligt werden und Arbeitsplätze geschaffen wurden. Darüber hinaus beschränkt sich das Hofgut in der Landwirtschaft nicht auf einen Bereich. Das sehen wir zum Beispiel in der hofeigenen Verarbeitung des Getreides und der Milch, der Saatgutzucht, dem Hofladen und dem Hofcafé als Ort der Kommunikation“, sagte Ministerin Hinz. 

Hintergrund:

Das Hofgut Oberfeld

Im Juli 2006 haben Kathrin Goebel, Thomas Goebel und Will Schaumann das „Hofgut Oberfeld“ übernommen. Im Jahr 2007 gründeten sie die Oberfeld Landwirtschaft AG. Aus anfangs 28 Gründungsaktionären sind inzwischen 120 geworden. Damit konnte der letzte Bauernhof in der Kernstadt Darmstadt erhalten werden.

Auf dem Hofgut werden Ackerbau und Tierhaltung eng aufeinander abgestimmt: Ausgangspunkt ist eine vielfältige Fruchtfolge mit Feldfutter und Zwischenfruchtanbau, verschiedenen Getreidearten, Saatgutvermehrung und Hackfrüchten. Die Viehhaltung steht im Mittelpunkt der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Das Getreide wird großenteils in der hofeigenen Bäckerei verarbeitet, die Milch in der Hofmolkerei. Alle eigenen Produkte werden im 2011 gebauten Hofladen angeboten. Das dazu gehörige Hofcafé ist ein beliebter Ort zum Verweilen und zur Kommunikation.

Eine Hackschnitzelanlage und zwei Photovoltaikanlagen als Wärme- und Stromlieferanten ergänzen den ökologischen Ansatz. Zudem engagiert sich das Hofgut Oberfeld auch sozial: als Wohn- und Arbeitsort für Menschen mit Behinderungen und als Lernort für alle, die mehr über natürliche Landwirtschaft erfahren und selbst einmal Hand anlegen wollen.

Zahlen und Fakten:

Status: EG-Öko-VO, Verbandsbetrieb Demeter

Auszeichnungen: 2013 Hessischer Tierschutzpreis für die muttergebundene Kälberaufzucht

2015 Hessischer Tierschutzpreis in der Landwirtschaft

Demonstrationsbetrieb Bundesprogramm Ökologischer Landbau

Landwirtschaft: Landwirtschaftliche Fläche insgesamt 160 Hektar, davon 125 Hektar für Roggen, Winterweizen, Dinkel, Sommergerste, Kartoffeln, Klee, Luzernegras, Saisongärten; 5 Hektar Dauergrünland und 35 Hektar Waldwiesen. Außerdem 95 Milchkühe, 1.250 Legehennen, 100 Masthähnchen, 250 Gänse, 8 Pferde

 

www.landwirtschaft-oberfeld.de

www.oekolandbau.de/erzeuger/bundeswettbewerb (umwelt-hessen)

Pressekontakt
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Fax: 0611 - 815-1943
E-Mail: pressestelle@umwelt.hessen.de
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