27.11.2009 | 00:00:00 | ID: 3880 | Ressort: Umwelt | Klima

Pro-Kopf-Emissionen von Treibhausgasen im Südwesten mit 7,5 Tonnen pro Jahr vergleichsweise niedrig

Stuttgart (agrar-PR) - Zur Kopenhagener Klimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember 2009
Die Emissionen an Treibhausgasen (CO2, Methan und Lachgas) summierten sich nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes 2007 in Baden-Württemberg auf gut 80 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das waren gut 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dieser deutliche aktuelle Rückgang ist vor allem durch die Verringerung des CO2-Ausstoßes begründet.

Die internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz beziehen neben dem wichtigsten Treibhausgas CO2 insbesondere auch die Methan- und Lachgasemissionen mit ein. Ergebnisse des Arbeitskreises Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Statistischen Landesämter (AK UGRdL) liefern für alle deutschen Bundesländer vergleichbare Zahlen über die Emissionen dieser drei Gase. Als Bezugsjahr für die im Jahr 2012 auslaufenden Kyoto-Vereinbarungen wurde 1990 festgelegt. Auch bei den anstehenden Kopenhagener Verhandlungen dürfte für die angestrebten weiterreichenden Vereinbarungen dieses Basisjahr beibehalten werden. Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990 in Deutschland verlief im Wesentlichen in 2 Phasen. Fast die Hälfte der seither bundesweit insgesamt erreichten Reduktion um gut 23 Prozent (Stand 2008) erfolgte bereits bis 1995, insbesondere durch die enormen Umstrukturierungsprozesse und Produktionsstilllegungen in den neuen Bundesländern. Im Zuge der dort tiefgreifenden Veränderungen gingen der energetische Einsatz von Braunkohle und damit die CO2-Emissionen rapide zurück. Bezogen auf 1995 beträgt der Rückgang in Deutschland im Mittel knapp 13 Prozent.

Für Baden-Württemberg errechnet sich für 2007 gegenüber 1995 ein Rückgang der Treibhausgasemissionen um knapp 12 Prozent. Dies entspricht etwa der Entwicklung im Bundesdurchschnitt. Die langfristig im Land erreichte Minderung geht zu einem großen Teil auf den Rückgang des jährlichen Methanausstoßes zurück. In erster Linie durch die stark reduzierte und schließlich völlig eingestellte Deponierung organischer Abfälle wurden die Methanemissionen seit Mitte der 90er Jahre mehr als halbiert. Hinzu kommt die im letzten Jahr erreichte spürbare Abnahme der CO2-Emissionen. Diese ist in erster Linie auf einen in 2007 besonders niedrigen Heizenergieverbrauch zurückzuführen, bedingt durch einen sehr milden Winter sowie stark gestiegene Energiepreise.

In den Bundesländern verlief die Entwicklung seit 1995 sehr unterschiedlich, teilweise sind auch gegenläufige Veränderungen der jährlichen Emissionen bei den einzelnen Gasen zu erkennen. Beim Vergleich der zeitlichen Entwicklung in den einzelnen Ländern ist immer auch das Ausgangsniveau mit in Betracht zu ziehen. Allein schon aufgrund der unterschiedlichen Größe der Bundesländer differiert das Niveau beträchtlich (aktuell zwischen 12 und 318 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten). Baden-Württemberg rangiert mit gut 9 Prozent der bundesweit verursachten knapp 1 Milliarde Tonnen CO2-Äquivalente nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen auf Rang 4 unter allen Bundesländern. Auch die Spannweite der Pro-Kopf-Emissionen ist mit 6 Tonnen je Einwohner in Berlin bis zu 26 Tonnen je Einwohner in Brandenburg groß. Dies zeigt, dass neben der Größe eines Landes auch insbesondere die Wirtschafsstruktur großen Einfluss auf die Höhe der Treibhausgasemissionen hat. Baden-Württemberg weist mit 7,5 t je Einwohner einen der niedrigsten Werte unter den Flächenländern auf. Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass im Südwesten ein verhältnismäßig geringer Anteil der Stromproduktion durch fossile Energieträger erfolgt. Vor allem in Ländern mit hohem Anteil der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle (Brandenburg, Nordrhein-Westfalen) oder hohem Strukturanteil der Stahlerzeugung (Bremen, Saarland) sind die Treibhausgasemissionen je Einwohner überdurchschnittlich hoch.


Weitere Informationen

Landesdaten: Treibhausgasemissionen
Regionaldaten: Emissionen
Indikatoren: Energiebedingte Kohlendioxid-Emissionen je Einwohner
Ländervergleich: Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder
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