21.02.2019 | 12:16:00 | ID: 27093 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Rübenanbau ist bedroht: Deutschlandweit protestieren Landwirte gegen Wettbewerbsverzerrungen

Berlin (agrar-PR) - Der Zuckerrübenanbau in Deutschland ist bedroht. Betroffen sind knapp 28.000 Landwirte und 5.000 Beschäftigte in der Zuckerwirtschaft. Bei Protestkundgebungen in allen Regionen des Zuckerrübenanbaus haben bereits über 8.500 Landwirte und Beschäftigte der Zuckerindustrie für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem EU-Zuckermarkt demonstriert. Weitere Kundgebungen sind geplant. In Nordrhein-Westfalen fordern Landtagsfraktionen bereits, dass sich die Landesregierung im Bund für den Erhalt der Wertschöpfungskette „Zucker“ einsetzt.
 
Grund für die schlechte Lage der Rübenanbauer in Deutschland sind die ungleichen Wettbewerbsbedingungen in der EU und damit verbundene erhebliche Wettbewerbsnachteile. So werden in 11 von 19 EU-Staaten Sonderprämien für den Anbau von Zuckerrüben gezahlt. Deutschland zählt nicht dazu. Zudem dürfen, aufgrund von Notfallzulassungen, in 13 von 19 EU-Staaten die seitens der EU im Pflanzenschutz verbotenen Neonicotinoide weiter eingesetzt werden. Auch hier zählt Deutschland nicht dazu.
 
Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, begründet die Protestaktionen wie folgt: „Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland stehen mit dem Rücken zur Wand. Diese Krise ist politisch gemacht und kann auch nur politisch gelöst werden. Wir brauchen ein Fair Play auf dem Zuckermarkt. Das heißt: keine Sonderprämien für den Rübenanbau in der gesamten EU, keine Diskriminierung im Pflanzenschutz und Fairness auf dem Weltmarkt. Andernfalls ist nicht klar, ob es weiter Zucker aus heimischen Rüben geben wird.“
 
Ändert sich nichts an der Notlage der Zuckerwirtschaft, besteht die Gefahr, dass der Zuckerrübenanbau in Deutschland massiv eingeschränkt wird und weitere Zuckerfabriken von der Schließung bedroht sind. Gefährdet sind daher nicht nur die rund 28.000 Rübenanbauer und die über 5.000 Beschäftigten der Zuckerindustrie, sondern zudem über 45.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum, die der Zuckerwirtschaft vor- und nachgelagert sind – vom Spediteur bis zum Handwerker und Zulieferer.
 
„Es geht um ehrlichen Wettbewerb in Europa und international und ein sofortiges Ende der Benachteiligung deutscher Landwirte. Hier ist ein schnelles Handeln auf bundespolitischer Ebene unabdingbar. Die politischen Fehlentscheidungen müssen korrigiert und Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden, damit Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland wieder eine Zukunft für die Rübe sehen“, ergänzt Tissen.
 
„Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland stehen mit dem Rücken zur Wand. Diese Krise ist politisch gemacht und kann auch nur politisch gelöst werden. Wir brauchen ein Fair Play auf dem Zuckermarkt. Das heißt: keine Sonderprämien für den Rübenanbau in der gesamten EU, keine Diskriminierung im Pflanzenschutz und Fairness auf dem Weltmarkt. Andernfalls ist nicht klar, ob es weiter Zucker aus heimischen Rüben geben wird.“
 
Über die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V.
 
Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) ist die zentrale Organisation der deutschen Zuckerwirtschaft. Ihr gehören die Verbände der 28.000 Rübenanbauer, die vier Zucker erzeugenden Unternehmen und Firmen des Zuckerhandels an. Sie vertritt die gemeinsamen Interessen insbesondere auf den Gebieten Anbau und Verarbeitung von Zuckerrüben, Zucker und Nebenerzeugnissen, Zuckermarkt- und Agrarpolitik sowie Außenhandelsrecht und Handelspolitik.

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