04.07.2023 | 11:56:00 | ID: 36800 | Ressort: Landwirtschaft | Forstwirtschaft

Thüringer Waldschadensflächen seit 2019 satellitenüberwacht

Erfurt (agrar-PR) - Mit moderner Satellitentechnik werden Thüringens Wälder überwacht. Zur Dokumentation klimawandelbedingter Schäden, aber auch für Planungen zur zügigen Wiederaufforstung
Seit Sommer 2019 werden die klimawandelbedingten Waldschadensflächen in Thüringen satellitengestützt erfasst. Seither erfolgen zweimal pro Jahr Auswertungen zur Entwicklung des Schadensausmaßes und zur Unterstützung der Sanierungs- und Wiederaufforstungsarbeiten der Forstleute und Waldbesitzenden vor Ort. Möglich macht dies das europäische Copernicus-Erdbeobachtungsprogramm, das u. a. mit Sentinel 2-Satelliten in einer Höhe von knapp 800 Kilometer die Erdoberfläche und deren Landnutzungsveränderung überwacht. Die Geodaten werden durch die Europäische Weltraumagentur (ESA) kostenfrei zur Verfügung gestellt und durch einen Fachdienstleister verarbeitet. Im Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) der ThüringenForst-AöR erfolgte die finale Aufarbeitung. Die Daten sind jetzt veröffentlicht unter http://www.geoproxy.geoportal-th.de/geoclient/start_geoproxy.jsp bzw. https://thueringenviewer.thueringen.de/thviewer/ und ab sofort abrufbar.

Schadflächen werden aus knapp 800 Kilometer Höhe erfasst
Die Kartierung der forstlichen Schadflächen hat eine minimale Auflösung von zehn mal zehn Metern. Von den insgesamt ca. 550.000 Hektar Waldfläche in Thüringen sind aktuell bereits ca. 86.500 Hektar Schadfläche satellitengestützt erfasst. Dies entspricht etwa 15 % der Gesamtwaldfläche. Zum Vergleich: Orkansturm „Kyrill“ hinterließ im Januar 2007 im Freistaat insgesamt rund 6.000 Hektar Schadfläche. „Die Ersterfassung per Satellit 2019 zeigte noch rund 4.100 Hektar, 2020 waren es knapp 20.000 Hektar, 2021 rund 36.000 und 2022 schließlich 61.000 Hektar Schadfläche“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Im Bereich digitale Geoinformation gehört das FFK zu den führenden forstlichen Forschungsinstitutionen. Der Satellitenbildauswertung sind aber auch Grenzen gesetzt: Schadflächen unter 0,3 Hektar, dies entspricht knapp einem halben Fußballfeld, werden nur ungenau erfasst. Auch werden mit Forstpflanzen geringer Höhe verjüngte Areale als Schadfläche erfasst.

Die Auswertekosten, die über das von der Landesregierung finanzierte Sonderprogramm „Wiederbewaldung und Waldumbau“ finanziert werden, betragen jährlich rund 30.000 Euro.

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