29.01.2019 | 09:57:00 | ID: 26931 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Schweiz unterzeichnet Europa Soja Erklärung

Wien (agrar-PR) - Während der Grünen Woche 2019 reiht sich ein weiteres Land zu den bereits 18 Unterzeichnern der Europa Soja Erklärung: der Schweizer Agrarminister unterstützt mit seiner Unterschrift den Anbau von Leguminosen in Europa.
Der ungarischen Minister Nagy und Verein Donau Soja Obmann Matthias Krön luden Agrarminister Parmelin unter Beisein der deutschen Bundesregierung vertreten durch Ministerialrätin Bünder dazu ein.

Bereits 18 EU-Agrarminister, darunter im Jahr 2017 Italien, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Rumänien, Polen, Deutschland und Finnland und 2018 Montenegro, Moldawien, Kosovo und Mazedonien haben die von Deutschland, Österreich, Ungarn und dem Verein Donau Soja auf den Weg gebrachte Europäische Soja Erklärung unterzeichnet. Diese soll Europa auf dem Weg zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs -Sustainable Development Goals insbesondere zu den Zielen zwei und fünfzehn) einen Schritt weiterbringen. Sie zielen darauf ab, dass die Lebensmittelversorgung auf der Welt verbessert und die natürlichen Ressourcen nachhaltig genutzt werden.

Eiweißpflanzen können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Soja, Erbsen und Ackerbohnen bringen mehr Diversität in die europäische Landwirtschaft und verringern das Risiko, dass Kulturen von Krankheiten befallen werden – besonders bei Getreide. Obendrein binden diese Stickstoff im Boden und ermöglichen Bauern den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, heißt es in dem zweiseitigen Papier.

Noch werden wenige Leguminosen in Europa angebaut, das soll sich aber ändern. Mit der Europäischen Soja Erklärung sprechen sich die EU-Agrarminister für eine Ausweitung des Anbaus der stickstoffsammelnden Pflanzen und einer verstärkten Investition in Züchtung und Forschung der selbigen Pflanzen aus.

Schweiz als Vorreiter Rolle bei nachhaltiger Soja

Die Schweiz zeigt, dass man auch mit einem kleinen Volumen an Nachfrage und Anbau globaler Rohstoffe eine große strategische Rolle spielen kann. Als Initiator der Basler Kriterien und als einziges Land der Welt, dass ausschließlich nachhaltig zertifizierten und gentechnikfreie Soja importiert, hat die Schweiz weltweit eine wichtige Rolle für die Entwicklung nachhaltigen Sojas gespielt.

Das Sojanetzwerk sorgt dafür, dass die Schweiz den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht: Verantwortungsbewusst und gentechnikfrei produzierte Soja als Grundleistung für Schweizer Fleisch, Eier, Milch importiert und damit eine Differenzierung für alle Partner der Wertschöpfungskette schafft. 29 Mitgliederorganisationen engagieren sich freiwillig im Sojanetzwerk. Präsident Martin Rufer betont den Nutzen der Branchenlösung: „In der Schweiz sind die Herkunft und die Produktionsmethode von Futtermitteln sehr wichtige Elemente und Grundlage für eine zukunftsgerichtete tierische Produktion. Die Zusammenarbeit der Branche als Antwort auf die ökologischen und sozialen Probleme des Soja-Anbaus bringt allen Beteiligten einen Mehrwert und stärkt die Positionierung der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Europäische Soja ist in diesem Kontext wichtig.“

Die Schweiz konnte in den letzten vier Jahren den Anteil von Soja aus Europa von rund ein Prozent auf 40 Prozent erhöhen und ist damit Vorreiter. Bereits 22 Schweizer Unternehmen und Organisationen, so wie das Sojanetzwerk sind aktive Mitglieder bei Donau Soja.

„Freiwillige Lösungsansätze von Marktteilnehmern sind besser als Interventionen und Vorgaben des Bundes. Das Soja Netzwerk sollte Mut machen, in anderen Märkten ähnliches zu realisieren.“ unterstreicht Guy Parmelin die Pionierfunktion des Sojanetzwerks.

Anbauflächen und Ertragspotenzial

Vor allem in Zentral- und Osteuropa ist das Potential zur Ertragssteigerung hoch und es gibt noch einige Flächen, die sich für den Anbau von Leguminosen eigenen. Donau Soja ist dazu eine strategische Partnerschaft mit der Austrian Development Agency eingegangen. „Es geht einerseits um den effizienteren Anbau, aber auch um den Aufbau von Wertschöpfungsketten. Mehr Anbau hilft nicht, wenn es dann nicht nachgefragt wird. Umso mehr freuen wir uns, dass sich die Schweiz, als wichtiger Abnehmer, nun offiziell mit ihrer Unterzeichnung dazu bekannt hat,“ sagt Obmann Matthias Krön.

Der Produktion von Soja hat sich zwischen 2011 und 2018 mehr als verdoppelt. „Das Ziel ist nicht eine 100-prozentige Unabhängigkeit von Importen, doch soll Europa in Sachen Eiweißversorgung sich mehr auf eigene Beine stellen und das tun, was unserer Landwirtschaft und Wirtschaft guttut,“ sagt Krön weiter.

Donau Soja steht für die Eiweißwende – nachhaltiger, regionaler und bäuerlicher Anbau von Eiweiß in Europa für Europa. Krön freute sich, dass jetzt bereits 19 Regierungen schon jetzt die Europa Soja Erklärung unterzeichnet haben und hofft, dass sich noch mehr Staaten anschließen werden. Donau Soja werde sich intensiv mit den europäischen Partnern einbringen, damit die Eiweißwende wirklich aufs Feld, auf den Teller und den Futtertrog ankomme.

Und jetzt wird das auch von der Schweiz stark mitgetragen, denn der Schweizer Konsumenten fragt nicht nur gentechnikfreien Produkte nach, sondern wünscht sich regionale Wirtschaftskreisläufe.

Über Donau Soja

Der Verein Donau Soja ist ein gemeinnütziger, unabhängiger Verein und vereint Zivilgesellschaft, Politik und wesentliche Wirtschaftsunternehmen aller Bereiche der Wertschöpfungskette, von der gentechnikfreien Saatgutproduktion bis zum tierischen und pflanzlichen Lebensmittel.

 Donau Soja und Europe Soya, die beiden Standards von Donau Soja, stehen für ohne Gentechnik hergestellte, qualitäts- und herkunftsgesicherte Soja aus der Donauregion und Europa. Das konsequente Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem von Donau Soja gewährleistet Transparenz und Sicherheit für pflanzliche und tierische Produkte.

Der Verein umfasst über 270 Mitglieder aus ganz Europa und ist mit insgesamt fünf Niederlassungen (AT, SRB, RO, UA, MD) und zwei Repräsentanten (NL, POL) kompetent vor Ort vertreten. Die Hauptaufgaben des Vereins liegen in der Verbesserung der Bedingungen für den nachhaltigen und eigenständigen Sojaanbau in Europa. Donau Soja wird von der Austrian Development Agency unterstü
tzt.

Über das Schweizer Sojanetzwerk

Die Zusammenarbeit wichtiger Akteure der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft wirkt. Seit der Gründung im Jahr 2011 haben die Mitglieder des Soja Netzwerks den Importanteil von verantwortungsbewusst produzierter Soja von rund 45 auf 99 Prozent angehoben. Verantwortungsbewusst bedeutet: Urwälder und wichtige Ökosysteme werden geschützt, soziale Aspekte berücksichtigt und die gentechfreie Sojaproduktion gestärkt.

Rückfragen:
Mag. Ursula Bittner, MBA
Generalsekretärin, Sprecherin
Verein Donau Soja
bittner@donausoja.org
Tel: + 43 1 512 17 44 14
Mobil: +43 664 960 64 29
www.donausoja.org

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