16.01.2020 | 19:15:00 | ID: 28250 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Rede der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner anlässlich der Eröffnung der 85. Internationalen Grünen Woche in Berlin

Berlin (agrar-PR) - „Ein friedliches Zusammenleben wird es nicht ohne Landwirtschaft, nicht ohne Bauern und auch nicht ohne Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit beim Umgang mit unseren Ressourcen geben."

„Die Europäische Agrarpolitik wird grüner werden. Das muss sie, nicht nur um ihren Beitrag für mehr Umwelt- und Klimaschutz zu leisten, sondern um ihre eigenen Lebensgrundlagen zu schonen und auf Akzeptanz der Bevölkerung zu stoßen. Aber zum Respekt und zur Wertschätzung gehört auch anzuerkennen, was Landwirte heute schon leisten: kilometerlange Blühstreifen, Vertragsnaturschutz, wechselnde Fruchtfolgen, Reduktion von Pflanzenschutzmitteln."

„Die Landwirtschaft kann den Green Deal unterstützen, wenn die Gemeinsame Agrarpolitik auch nach 2020 finanziell mindestens so gut ausgestattet ist wie jetzt. Nicht, um mit mehr Geld eine alte Landwirtschaftspolitik zu finanzieren. Sondern, um neue Lösungen möglich zu machen. Deutschland wird am 1. Juli aus den Händen Kroatiens die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Wir sollten uns stärker auf gemeinsame Standards und Fairness im Wettbewerb einigen."

„Wer heute auf die schnelle Zustimmung setzt, Erwartungen bei den Bauern weckt, die nicht zu halten sind, der bekommt zwar kurzfristigen Applaus, aber der Kater danach wird umso größere Kopfschmerzen verursachen."

„Ich weiß, es kommt gerade viel zusammen an Erwartungen und Veränderungsnotwendigkeiten für unsere Landwirte. Und so schnell, dass viele Sorgen haben. Tierwohl, Regionalität, Klimaschutz - als Gesellschaft können wir hohe Ziele schnell formulieren. Gewiss, Landwirtschaft ist in der Pflicht. Aber nicht allein."

„Geben wir der Landwirtschaft die richtigen Mittel an die Hand: neue Techniken, neue Sorten. Wir als Ministerium fördern hier viel. Bei der Digitalisierung, den digitalen Experimentierfeldern: intelligente, passgenaue Dünge- und Ausbringungssysteme, Unkrautbekämpfungsroboter, alternative Pflanzenschutzmittel, Forschung und Entwicklung."

„Es darf nicht sein, dass vielversprechende Methoden, ohne darüber zu diskutieren, links liegen gelassen werden. Wenn Bauchgefühl über logische Notwendigkeiten steht. Beispiel die Genschere CRISPR/Cas. Pilzresistenter Weizen, trockenstresstoleranter Mais, schädlingsstabiler Raps - gewollte Merkmale können mit neuen Züchtungsmethoden zielgerichteter und schneller erreicht werden als durch klassische, langwierige Züchtungen. Es ist kein Allheilmittel, aber ein Beitrag, Zielkonflikte zu lösen.“

„Ich meine, es gibt auch einen Verbraucher-Imperativ: Kaufe immer so ein, wie Du Dir wünschst, dass auf dem Acker und im Stall gewirtschaftet wird. Richtig, ich mute uns Verbrauchern unsere Freiheit und unsere Mitverantwortung zu."
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Herr Mathia Paul
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