11.09.2014 | 16:28:00 | ID: 18624 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Wie weiter im ländlichen Raum? – MeLa: Vom Ausstellungs- zum Diskussionsforum

Mühlengeez (agrar-PR) - Heute hat in Mühlengeez, Landkreis Güstrow, die 24. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau – kurz MeLa – begonnen.

Neben der Präsentation der zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe, Organisationen und Nutztieren werden auf der MeLa mehr und mehr wichtige Themen rund um die Landwirtschaft diskutiert. „Diese Weiterentwicklung ist sehr positiv. Wir wollen, dass sich der Agrarbereich präsentiert, aber auch dass man ins Gespräch kommt“, unterstrich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der MeLa.

So ist ein Thema, das heute diskutiert wird, der Stellenwert der Nutztierhaltung in der Gesellschaft. „Dies ist ein sehr wichtiges Thema. Doch es muss bei aller berechtigten Kritik auch der richtige Adressat gefunden werden. Denn es kann nicht sein, dass man gegen die Landwirtschaft demonstriert, aber vor den Zentralen der großen Lebensmittelkonzerne sehe ich nie Demonstranten. Und von dort aus werden die Bedingungen diktiert, wie Landwirtschaft produzieren soll und nicht anders herum. Ich bitte, dabei sachlich und ehrlich zu bleiben. So ist die Behauptung einfach falsch, dass die Landesregierung so genannte ‚Massentierhaltungs‘-Anlagen fördert, wie Vertreter des BUND behaupten. Betriebe erhalten nur Fördergelder, die mehr für Umwelt und Tierschutz leisten, als das Gesetz es verlangt“, hob der Minister hervor. Zu den Förderbedingungen zählen unter anderem ein größeres Platz- und Betätigungsangebot. Bezuschusst werden außerdem nur Unternehmen, deren Viehbesatz 2 Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreitet und somit ausreichend Fläche vorweisen. Es werden bevorzugt nur Milchviehbetriebe und/oder ökologisch wirtschaftende Unternehmen gefördert. Konventionelle Geflügel- oder Schweinemast fallen nicht darunter.

Ein weiteres Diskussionsthema auf der MeLa ist das Entwicklungsprogramm des Landes für den ländlichen Raum. Hierfür fand eine Podiumsdiskussion statt, an der neben dem Minister, Landrat Constien sowie der Präsident des Landesbauernverbandes Tietböhl sowie Arne Bilau vom BUND teilnahmen. „Aufgrund der Abwanderung insbesondere junger Menschen, der geringen Geburtenzahlen und dem Anstieg der Lebenserwartung ist Mecklenburg-Vorpommern davon besonders stark betroffen. Deshalb wollen wir mit dem Entwicklungsprogramm den Raum attraktiv gestalten und erhalten“, so Dr. Backhaus. Insgesamt stehen für die neue Förderperiode bis 2020 nochmals 937 Mio. Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftfonds für die ländliche Entwicklung (ELER) zur Verfügung. „Ich möchte erinnern, dass wir von wesentlich weniger Geld ausgegangen sind, bevor wir in die Verhandlungen gegangen sind – 800 Mio. Euro! Wir haben dafür gekämpft, dass es letztendlich mit der Kofinanzierung durch Bund und Länderüber über 1,2 Mrd. Euro sind“, betonte der Minister.

Das Land ist bei der Umsetzung an Vorgaben aus Brüssel gebunden, hat aber auch die Handlungsempfehlungen der Perspektivkommission ‚Mensch und Land‘ in die Programmplanung einfließen lassen. „Wir wollen den ländlichen Raum wirtschaftlich, ökologisch und sozial stärken. Mit dem Programm kann uns das gelingen“, erklärte Dr. Backhaus. Das Programm ist derzeit zur Prüfung bei der EU-Kommission. Anfang 2015 könnte nach Freigabe durch Brüssel die Förderung beginnen. Die Richtlinien werden derzeit erarbeitet, wobei ein enger Abstimmungsprozess mit allen relevanten Wirtschafts- und Sozialpartnern stattfindet. „Es liegt in der Natur der Sache, dass bei der Programmentstehung sich nicht jeder zu 100 % durchsetzen konnte. Den einen wird es immer zu grün/ökologisch sein, den anderen fördert es zu sehr die Landwirtschaft und den Dritten bleibt zu wenig für die Infrastruktur übrig. Die berühmte ‚eierlegende Wollmilchsau‘ gibt es nicht. Dennoch haben wir einen guten Kompromiss für die Zukunft des ländlichen Raums gefunden. Nun gilt es, auf die Entscheidung aus Brüssel zu warten, damit wir möglichst schnell loslegen können“, hofft der Minister.

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