28.05.2014 | 21:43:00 | ID: 17847 | Ressort: Umwelt | Klima

MeteoSchweiz: Klimabulletin Mai 2014

Zürich (agrar-PR) - Der Mai war zu kühl im Vergleich zur Norm 1981-2010 und vor allem sehr wechselhaft. Nach einem kühlregnerischen Monatsbeginn und Schnee bis in mittlere Lagen zur Monatsmitte, gab es mit Föhn einige sommerliche Tage im letzten Monatsdrittel. Die Sonnenscheindauer erreichte nur auf der Alpensüdseite normale Werte.
Kühler Monatsbeginn

Der Mai begann kühl und regnerisch. Am 2. fielen beidseits der Alpen kräftige Niederschläge. In den aus Norden zugeführten kalten Luftmassen blieben die Tagesmitteltemperaturen am 3. und 4. Mai meist 3 bis 5 Grad unter der Norm 1981-2010. Die Tageshöchstwerte erreichten zwischen 10 und 15 Grad, auf der Alpensüdseite hingegen stiegen sie bei zum Teil heftigem Nordföhn auf über 20 Grad.

Wechselhaft bis Monatsmitte

Nach einem sonnigen und milden 5. Mai zeigte sich die Witterung bis zur Monatsmitte sehr wechselhaft. Mehrere Störungsdurchgänge brachten vor allem nördlich der Alpen bei zunächst milden Temperaturen immer wieder Niederschlag. Mit erneutem Zustrom kalter Luftmassen aus Norden und Nordosten sanken ab dem 13. die Tagesmitteltemperaturen verbreitet 5 bis 6 Grad, in Berglagen zum Teil über 7 Grad unter die Norm 1981-2010. In den Niederungen der Alpennordseite stiegen die Tageshöchstwerte meist nur auf 10 bis 13 Grad, während die Alpensüdseite wiederum dank Nordföhn und sonnigem Wetter Höchstwerte um 20 Grad verzeichnete.

In der kalten Luft fiel in den Ostalpen Schnee bis auf 900 m hinunter. Arosa (1840 m ü.M.) erhielt vom 11. bis 14. Mai 33 cm Neuschnee, der Säntis (2502 m ü.M.) einen halben Meter. In der Westschweiz gab es am 14. kräftige Graupel-Schauer, welche auf der Autobahn zwischen Fribourg und Lausanne zu einer Massenkarambolage und mehreren anderen Autounfällen führten.

Föhn bringt Wärme und Saharastaub

Eine Winddrehung auf Süd- bis Südwest brachte ab dem 18. im Norden milde und sonnige Witterung, während im Süden Staubewölkung die Sonnenscheindauer stark einschränkte. Die Südlage war begleitet von kräftigem Föhn, welcher bis ins Mittelland vorstieß. Die Böenspitzen erreichten am Zürichsee 77 km/h und am Bodensee 91 km/h.

Im Mittelland und im Wallis stiegen die Tagesmitteltemperaturen mit Föhnunterstützung 3 bis 5 Grad, in den Föhntälern 6 bis 7.5 Grad über die Norm 1981-2010. Die Höchstwerte bewegten sich in den Niederungen der Alpennordseite verbreitet bei 24 bis 26 Grad. Am 22. Mai stiegen die Temperaturen in der Ostschweiz auf über 28 Grad und am Messstandort Sion im Wallis auf 29.2 Grad.

Eingebettet in die Föhnströmung ereignete sich am 21. und 22. Mai ein weiterer Saharastaubfall. Bereits im Februar und im April gelangte Saharastaub in die Schweiz. Der Mai ist der Monat mit den häufigsten Saharastaubfällen. Auf dem Jungfraujoch werden im Mai durchschnittlich fast 80 Stunden mit Saharastaubfall beobachtet (Mittel 2001-2012). Auf Rang zwei mit rund 60 Stunden steht der Oktober. Beide Monate sind typische Föhnmonate, wobei das Föhnregime in der Regel im Mai deutlich intensiver ist als im Oktober.

Kräftiger Niederschlag im Süden

Die auf den Föhn folgende Kaltfront brachte vom 22. auf den 23. der ganzen Schweiz Niederschlag. Die größten Mengen fielen im Maggia-Gebiet und in der oberen Leventina mit 80 bis 120 mm sowie im oberen Bergell mit rund 90 mm. Dies nachdem der Mai auf der Alpensüdseite bisher massiv zu trocken war.

Frühlingsphasen der Vegetation jetzt in höheren Lagen

Die Blattentfaltung der Buche setzte sich Anfang Mai in Höhenlagen über 1.000 m fort und die Lärchen trieben ihre Nadeln in der ersten Maihälfte oberhalb von 1.300 m aus. So wurden zum Beispiel im Engadin am 19. Mai auf 1.800 m austreibende Lärchen beobachtet. Diese Termine liegen alle um das Datum des Mittelwerts von 1981- 2010. Auf derselben Höhenstufe blühte auch der Löwenzahn, dieser jedoch mit bis zu zwei Wochen Vorsprung auf das Mittel.

Die Blüte der Margeriten und der Rosskastanien und der Nadelaustrieb der Fichte ging auf einer Höhe von über 500-600 m weiter. Zu Beginn des Monats betrug der Vorsprung auf das Mittel noch rund 2 Wochen. Gegen Mitte des Monats verringerte er sich auf wenige Tage und die Beobachtungen können als normal bis früh klassiert werden.

Erste Meldungen von blühendem Schwarzen Holunder liegen ab Mitte Mai vor. Diese Termine liegen rund zwei Wochen früher als im Mittel.

Monatsbilanz

Die Mai-Temperatur lag verbreitet 0.2 bis 0.6 Grad unter der Norm 1981-2010. In Gipfellagen war der Mai rund 1.0 Grad zu kühl. In den Tieflagen des Tessins hingegen zeigte sich der Monat bis 0.6 Grad zu mild. Über die ganze Schweiz gemittelt blieb die Mai-Temperatur 0.6 Grad unter der Norm 1981-2010.

Nördlich der Alpen brachte der Mai 70 bis 100 % der normalen Niederschlagsmengen. Entlang des Alpennordhangs fielen 85 bis 120 Prozent der Norm 1981-2010. Deutlich unterdurchschnittlich mit nur 40 bis 70 Prozent der Norm blieb der Niederschlag vom Wallis über das Tessin bis nach Graubünden. Einzig in den Walliser Südtälern gab es regional um 90 Prozent der Norm.

Die Sonnenscheindauer erreichte verbreitet nur 75 bis 85 Prozent der Norm, in Berglagen regional auch weniger. Im Engadin und auf der Alpensüdseite lag die Sonnenscheindauer im normalen Bereich. (MeteoSchweiz)
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