07.10.2013 | 08:15:00 | ID: 16189 | Ressort: Verbraucher | Verbrauch & Konsum

Erntedankfest 2013: Die Anstrengungen im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung müssen europaweit verstärkt werden

Berlin (agrar-PR) - Zum Erntedankfest hat das Bundeslandwirtschaftsministerium an Verbraucherinnen und Verbraucher wie auch an Wirtschaft und Handel appelliert, die Anstrengungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu verstärken.
Im von der Europäischen Union ausgerufenen „Jahr des Abfalls“ 2014  seien alle Akteure gefordert, ihre Initiativen und Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Ernährungsbereich einzubringen. Genau wie Deutschland stellt auch die EU-Kommission die Reduzierung der Lebensmittelabfälle in den Mittelpunkt der Initiative.

Mit dem Start der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ hatte Deutschland bereits einen wichtigen Schwerpunkt gesetzt und zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht. Mittlerweile beteiligen sich Partner aus nahezu allen Gesellschaftsbereichen an der Initiative, darunter unter anderem Städte, Kommunen, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, Verbände, öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser, die Gastronomie, Prominente und viele Bürgerinnen und Bürger.

Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos erklärte in Berlin: „Mit unserer Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung sind wir in Europa beispielhaft vorangegangen im Kampf gegen Lebensmittelabfälle. Hier  dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir werden diese Initiative mit aller Kraft vorantreiben. Wenn auch die anderen  EU-Mitgliedstaaten dieses Engagement aufgreifen, können wir das Ziel der EU-Kommission erreichen und die Menge der verwertbaren Lebensmittelabfälle bis 2020 halbieren. Wir sind in Deutschland auf einem guten Weg. Wir werben dafür, dass unseren aufwändig hergestellten Lebensmitteln mehr Achtung entgegengebracht wird. Denn was Wertschätzung genießt, landet auch nicht im Müll. In Deutschland werden jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist viel zu viel – vor allem auch mit Blick auf die Ernährungslage weltweit. Jede Tonne Lebensmittel, die im Abfall landet, erhöht den Druck auf die internationalen Agrarrohstoffpreise.“

Mittlerweile steht das Thema auch auf der Agenda des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen UNEP. So hat die Organisation gemeinsam mit der UN-Ernährungs- und -Landwirtschaftsorganisation FAO Anfang des Jahres unter dem Motto „think.eat.save – denken.essen.schonen“ eine weltweite Kampagne zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung gestartet.

„Das Erntedankfest ist ein guter Zeitpunkt inne zu halten und dem Wert der Nahrungsmittel unsere Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte Kloos. Hinter den Ernteprodukten steckt die Arbeit vieler Hände, immer müssen auch unerwartete Anforderungen bewältigen werden. Anders als früher ist heute fast jede Art von Obst und Gemüse das ganze Jahr über frisch erhältlich. Die heimische Saison wird durch veränderte Anbaumethoden verlängert und durch das Angebot aus anderen Ländern innerhalb und außerhalb der EU erweitert.

„Im Landwirtschaftsjahr 2013 können wir besonders stolz sein auf unsere Bäuerinnen und Bauern. Nach einem sehr kalten und nassen Jahr mit erheblichen Wetterschwankungen mussten sie schwierige Bedingungen überwinden. Und das ist gelungen, sie haben uns allen eine gute Ernte beschert.“ So wurden 2013 rund 47 Millionen Tonnen Getreide geerntet,  das sind etwa 2 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Damit ist die Ernte in Deutschland überdurchschnittlich gut ausgefallen.

Wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich unterliegt die Agrarwirtschaft den Kräften der Natur, die die Landwirte in diesem Jahr vor enorme Herausforderungen gestellt haben. Der recht lange Winter hatte zunächst zu einem Vegetationsrückstand der Kulturen von zwei Wochen und mehr geführt.

Für bestimmte Getreidesorten war damit vielerorts ein viel zu später Feldaufgang verbunden. Dann kamen Gewitter, Hagel, Sturm und vor allem Regen. Vier Tage Dauerregen zwischen dem 30. Mai und dem 2. Juni 2013 verursachten weitreichende Schäden. Hunderte von Betrieben waren deutschlandweit vom Hochwasser betroffen und konnten Erntegut – wenn überhaupt – nur in geringer Menge und schlechter Qualität einfahren. Zum Teil standen die Felder auch im Juli und August nach wie vor unter Wasser. Viele müssen heute noch mit den Auswirkungen leben.

Informationen zur Initiative „Zu gut für die Tonne!“ unter http://www.bmelv.de/DE/Ernaehrung/Wert-Lebensmittel/ZuGutFuerDieTonne/node.html (bmelv)
Pressekontakt
Herr Mathia Paul
Telefon: 030 / 18529-3170
E-Mail: poststelle@bmel.bund.de
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Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
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10117 Berlin
Deutschland
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