20.12.2021 | 11:20:00 | ID: 31856 | Ressort: Energie | Unternehmen

KKW Brokdorf wird am 31. Dezember 2021 endgültig abgeschaltet - Letztes Kernkraftwerk in Schleswig-Holstein geht vom Netz

Kiel / Brokdorf (agrar-PR) - Umwelt- und Energiewendeminister Albrecht: „Mit der Stilllegung des Kernkraftwerks Brokdorf endet die Ära der Atomkraft in Schleswig-Holstein. Dieser Abschied von einer alten Technologie ist zugleich ein Aufbruch. Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien stellt eine große Chance für die Modernisierung unseres Landes, für klimaneutralen Wohlstand und Arbeitsplätze mit Zukunft dar.“
Am 31. Dezember 2021 wird das Kernkraftwerk Brokdorf endgültig seinen Betrieb einstellen. Aus diesem Anlass hat Umwelt- und Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht heute das Kraftwerk besucht und sich in einer Ansprache direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt. Im Anschluss informierte sich der Minister vor Ort über die genauen Verfahrensschritte bis zur Abschaltung des Kraftwerks.

„Mit der Stilllegung des Kernkraftwerks Brokdorf endet die Ära der Atomkraft in Schleswig-Holstein. Über Jahrzehnte hinweg haben Kernkraftwerke aus dem hohen Norden einen Beitrag zur gesamten Stromversorgung geleistet. Im Zuge des gesetzlich beschlossenen Atomausstiegs geht nun der letzte Meiler im Land vom Netz. Dieser Abschied von einer alten Technologie ist zugleich ein Aufbruch. Schon jetzt ist Schleswig-Holstein Energiewendeland Nummer eins. Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien wird nicht nur die Versorgung mit Strom und Wärme sichern. Er stellt auch eine große Chance für die Modernisierung unseres Landes, für klimaneutralen Wohlstand und Arbeitsplätze mit Zukunft dar“, sagte Albrecht.

Der Minister dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit: „Sie haben hier über Jahrzehnte sehr verantwortungsbewusst einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit geleistet und dabei täglich den sicheren Betrieb der Anlage gewährleistet. Das nötigt mir den größten Respekt ab und dafür danke ich Ihnen im Namen der gesamten Landesregierung herzlich.“ Zugleich dankte Albrecht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Atomaufsicht sowie den Sachverständigen und Gutachtern, die einen stets sicheren Betrieb der Anlage gewährleistet hätten. An die Belegschaft des Kraftwerks gerichtet, sagte der Minister: „Mir ist bewusst, dass diese letzten Tage des Kraftwerksbetriebs bei Ihnen eher Wehmut als Freude auslösen. Umso dankbarer bin ich, dass ich heute die Gelegenheit hatte, mit einigen von Ihnen noch einmal direkt ins Gespräch zu kommen. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen werden für uns bei dem nun anstehenden Rückbau des Kraftwerkes so wertvoll wie unverzichtbar sein.“

Der Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Brokdorf endet am 31. Dezember um 23.59 Uhr. Die Abschaltung erfolgt entsprechend den Vorgaben der Betriebsvorschriften analog zum bisherigen Abfahren bei Revisionen. Es werden während des Abfahrens alle Prüfungen vorgenommen, die erforderlich sind, um einen sicheren Nachbetrieb einzustellen. Alle 193 Brennelemente aus dem Reaktorkern werden noch im Januar in das Brennelementlagerbecken umgeladen. Nach einer ca. 4-jährigen Verweilzeit werden alle Brennelemente in das Standortzwischenlager verbracht. Damit wird dann für die Anlage die sog. Brennstofffreiheit hergestellt sein. 

Der Bau des Kernkraftwerkes war von Protesten begleitet. So demonstrierten im Februar 1981 mehr als 100.000 Menschen gegen den Bau des Kernkraftwerks. Brokdorf wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen die Nutzung von Atomkraft zur Stromerzeugung. Nach seiner Inbetriebnahme im Oktober 1986 erwies sich Brokdorf entgegen den Befürchtungen vieler Kritiker über seine 35-jährige Betriebszeit hinweg als eines der am wenigsten störanfälligen Kernkraftwerke in Deutschland. In der Betriebszeit produzierte das Kernkraftwerk über 360.000 GWh Strom. Der Stilllegungs- und Abbauantrag für das KKW Brokdorf wurde von der PreussenElektra-Betreibergesellschaft Ende 2017 gestellt. Im Frühjahr 2021 führte das MELUND den atomrechtlichen Erörterungstermin durch, in dem es um die Einwendungen gegen das Vorhaben ging.  PreussenElektra rechnet damit, dass der Rückbau des Kernkraftwerkes sich bis zum Jahr 2040 erstrecken wird.
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