09.10.2014 | 14:49:00 | ID: 18859 | Ressort: Landwirtschaft | Forstwirtschaft

Buche erstmals wieder häufigste Baumart in Rheinland-Pfalz

Mainz (agrar-PR) - Forstministerin Höfken: Wald ist natürlicher, älter und klimastabiler

„Die Buche ist erstmals wieder häufigste Baumart im Wald. Die Buche ist in unseren Wäldern von Natur aus zu Hause und damit auch den Herausforderungen durch den Klimawandel gut gewachsen“, erklärte Forstministerin Ulrike Höfken heute und stellte die Ergebnisse der Bundeswaldinventur für Rheinland-Pfalz vor. Die Inventur zeigt, Rheinland-Pfalz ist beim Waldreichtum im Bundesgebiet nach wie vor spitze. 42 Prozent der Landesfläche ist Wald. Die Mischung der Baumarten habe sich dabei verbessert. Insgesamt gibt es mehr Laubbäume und Mischwald. „Im Wald sind zudem mehr alte Baumveteranen und Totholz zu finden. Knapp fünf Millionen Bäume sind über 160 Jahre alt. Das sind sechs Veteranen pro Hektar Wald, ein Drittel mehr als vor 10 Jahren, berichtete die Ministerin.

Buche als häufigste Baumart wächst nun auf 21,8 Prozent der Waldfläche. Damit liegt sie vor der Eiche mit 20,2 Prozent. Rheinland-Pfalz hat bundesweit den höchsten Eichenanteil. Danach folgt die Fichte mit 19,5 Prozent. In den letzten zehn Jahren ist die Laubbaumfläche um vier Prozent auf nun 60 Prozent gestiegen. Diese erfreuliche Entwicklung ermögliche es, dass das Waldbaukonzept des Landes künftig gezielt auch Nadelbaumarten berücksichtigen könne. Diese müssten klimastabil sein und in Mischwälder eingebettet werden, so die Ministerin. Damit solle ein Beitrag zur Bereitstellung von Nadelhölzern aus heimischen Wäldern für die Holzwirtschaft in Rheinland-Pfalz geleistet werden.

„Unsere Wälder und ihre Nutzung tragen zum Klimaschutz bei“, sagte Höfken. Die Erhebung zeige: Der Wald bindet mehr CO2 als er durch Holznutzung freisetzt. Derzeit werde durch die Bäume in Rheinland-Pfalz etwa 274 Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden. Zum Vergleich: Jährlich emittiert Rheinland-Pfalz etwa 39 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus Energieverbrauch.

Der Wald in Rheinland-Pfalz werde vielfältiger, natürlicher und älter, fasste die Ministerin die positive Entwicklung zusammen. Dennoch gebe es Handlungsbedarf, machte sie deutlich. Es gelte einen gesunden und stabilen Wald zu entwickeln, der Klimawandel, Wetterextremen oder Luftschadstoffen standhalte. „Der naturnahe Waldbau muss konsequent weitergeführt werden. Darüber hinaus stellen wir beispielsweise durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald sicher, dass auf zehn Prozent der Staatswaldfläche die Bäume uralt werden dürfen. Das trägt besonders zum Schutz der Buchen bei“, so Höfken. Weichen habe das Land dafür auch durch die FSC®-Zertifizierung des Staatswaldes und ein Konzept für Biotop-, Altbäume und Totholz gestellt.

Alle zehn Jahre wird in unseren Wäldern bundesweit Inventur gemacht. Dabei werden über 150 Merkmale, wie zum Beispiel Baumarten, Alter, Höhe oder Baumstärke erfasst. In Rheinland-Pfalz haben 14 Inventur-Teams von Landesforsten an über 8.000 Stichprobenstellen mehr als 80.000 Bäume vermessen und dokumentiert. Die Waldinventur ist nicht zu verwechseln mit dem jährlichen Waldzustandsbericht. Der wird im November Auskunft zum aktuellen Gesundheitszustand der Bäume geben.

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