28.01.2015 | 00:00:00 | ID: 19584 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Das bieten die AGRAR Unternehmertage: Neuheiten, Bewährtes, Verbesserungen im Detail

Münster (agrar-PR) - Tierwohl, Milchquotenende, Nährstoffmanagement und Generationswechsel auf den Höfen prägen Diskussion und Ausstellungsangebot.
Trotz derzeit schlechter Erzeugerpreise planen immerhin rund ein Drittel der Betriebe für die Zeit nach der Flaute und wollen investieren. Allen voran die Veredlungsbetriebe, die Haltung und Tierwohl verbessern wollen; andere Höfe sind in Sachen Energieerzeugung aktiv, Ackerbaubetriebe interessieren sich für neue Bearbeitungs- und Düngeverfahren. Dafür lohnt sich der Besuch der AGRAR Unternehmertage vom 3. bis 6. Februar im Messe und CongressCentrum Halle Münsterland.

Impulse für die gesamte Branche

Die regionale Landwirtschaftsausstellung, eine der wichtigsten in Deutschland, bietet mit nahezu 80 Vorträgen und Diskussionsforen wieder vier Tage ein anspruchsvolles Programm. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Debatten ums Tierwohl, die Düngeverordnung sowie das Ende der Milchquote. Auch betriebswirtschaftliche und soziale Themen – wie z. B. Mindestlohn, Generationswechsel oder die Karriere in der Agrarwirtschaft – stehen auf der Agenda.

In Münster kennt man sich - die Messe ist ein anerkannter Treffpunkt für den Austausch unter Berufskollegen, mit Geschäftspartnern und Beratung. Schon lange ausgebucht sind die Standplätze: Die Messehallen sind mit mehr als 320 Unternehmen auf rund 23.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bis auf den letzten Platz gefüllt. Weil auch die meisten der rund 32.000 Besucher vom vergangenen Mal wiederkommen wollten, rechnet der Messeveranstalter European Green Exhibitions (E.G.E.) mit einem erneut großen Besucherandrang.

Thema Tierwohl

Den Veredlungsbetrieben brennt das Thema auf den Nägeln: Wer sich an der Initiative Tierwohl beteiligen will, ist derzeit dabei, seinen Betrieb für die Anmeldung und fürs Audit fit zu machen. Etliche Verbesserungen und einige echte Neuerungen sind zu sehen: So gibt es eine neuartige Tränke, die – etwas erhöht in der Bucht angebracht – drei Schweinen gleichzeitig Saufen aus offener Fläche anbietet. Sie kann zudem mit Scheuerbalken, Spielzeughalter und Strohraufe erweitert werden, beugt Wasserverschwendung vor und ist beim Ausstallen einfach zu demontieren. 
Ein anderer Hersteller präsentiert eine interessante, zum Patent angemeldete Lösung, um Beschäftigungsmaterial (gehäckseltes Stroh, Sägespäne, Wühlpellets) bis zu einer Faserlänge von 30 mm auf der Liegefläche in der Schweinebucht zu verteilen. 
Insgesamt bieten die Aussteller viele Verbesserungen im Detail: z. B. bei der Beleuchtung mit LED-Lampen oder speziellen Lichtfirsten, mit einer ausfallsicheren, pneumatisch gesteuerten Lüftung für Schweine und Geflügel oder bei der Rettung von kleinen Ferkeln eines großen Wurfes, bei der sowohl die Futterzusammensetzung als auch das Fütterungssystem stimmen muss. Mit der Verbesserung der Hygiene zur Minimierung des Medikamenteneinsatzes oder auch der Möglichkeit für eine freie Abferkelung, die Sau und Ferkeln gerecht wird und die Betreuungspersonen ebenfalls im Blick behält, beschäftigen sich weitere Angebote.

Ob, wie und wie schnell ein Kupierverzicht in der Schweinehaltung machbar ist und welche Folgen damit verbunden sind, diskutieren Fachleute und Praktiker beim WLV-Schweineforum am Mittwoch, den 4. Februar von 20 bis 22 Uhr.

Thema Fütterung

In der Fütterung geht es vielfach um das große Thema nährstoffreduzierte Futtermittel, optimierte Energieversorgung und Ergänzung der Futtermittel mit Säuren und hochwirksamen pflanzlichen Komplexen. Sie sollen den Stoffwechsel der Tiere stabilisieren und ihre Widerstandsfähigkeit verbessern, ohne Leistungseinbußen hinnehmen zu müssen. Medikamente sind so auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Andere Zusätze, wie z. B. ein Tonmineral oder thermisch behandelte Mineralien mit großer Oberflächenstruktur, binden evtl. vorhandene Pilzgifte im Futter und wirken mykotoxinhemmend, ebenfalls ein großes Plus für die Gesundheit der Tiere. 
Gleichzeitig hat die N+ P-reduzierte Fütterung einen deutlichen Effekt auf die Nährstoffausscheidungen – Gülle wird reduziert und das Nährstoffmanagement der Wirtschaftsdünger erleichtert. Andere Neuentwicklungen kombinieren die Beschäftigung mit der Fütterung, wenn z.B. Legehennen ein Pickblock mit Melasse und Mineralstoffen oder Schweinen eine Wühlbox mit dehydrierter Melasse, Pflanzenfett und Mineralstoffen angeboten wird. Wie hier erzeugte Maissilage in der Schweinefütterung eingesetzt werden kann, ist technisch wie ernährungsphysiologisch derzeit ein großes Thema, das in Münster sowohl im Ausstellungsangebot wie in den Vorträgen eine Rolle spielt.
Auch in der Rinderfütterung dreht sich vieles um die Stabilisierung der Kälber-Darmflora durch Säuren, Mikronährstoffe und appetitanregende natürliche Zusatzstoffe sowie um leistungsgerechte und pansenoptimierte Energieversorgung der Milchkühe. 

Tiergesundheit und Tierzucht

Um den Medikamenteneinsatz nachhaltig zu reduzieren, brauchen die Tierhalter funktionierende Konzepte: angefangen bei Management und Stall-Hygiene, um Keimeintrag und Kontaminationen zu minimieren, über spezielle Impfkonzepte bis hin zu alternativen Heilmethoden wie Akupunktur und Homöopathie, die zunehmend Eingang in die landwirtschaftliche Nutztierhaltung finden.

Damit die Information mit dem Zuchtfortschritt Schritt hält und schnell bei den Landwirten ankommt, werden Zuchtwerte von Ebern häufiger aktualisiert und veröffentlicht. Die Daten landen über spezielle Apps unmittelbar und ortsunabhängig auf dem Smartphone der Ferkelerzeuger – beste Voraussetzung für fundierte und zugleich schnelle Entscheidungen.
 
Pflanzenbau, Düngung und Energieerzeugung

Greening, Fruchtfolge und Untersaaten, Sortenwahl bei Raps und Mais mit leistungsfähigen Dreinutzungssorten, geschütztes ‚Mantelsaatgut‘ sowie die Verbesserung der natürlichen Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten sind interessante pflanzenbauliche Themen in Münster. In punkto Düngung präsentieren die Aussteller neue Verfahren zur pflanzen- und umweltgerechten Düngung mit Wirtschaftsdüngern (‚Strip-Till‘), zur Optimierung der Pflanzennährstoffe in Relation zueinander, zur Separation von Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen und zur Verbesserung der Bodenverhältnisse mittels Konverterkalk (silikatischer Mehrwirkungskalk plus Spurenelemente).

Erneuerbare Energien sind seit Jahren Schwerpunktthema der AGRAR Unternehmertage: Diesmal geht es um Holzheizungsanlagen mit liegenden Reinigungsschnecken und Kettenrostentaschung, einer Brenntechnik, die auch verschmutztes Brenngut optimal verbrennt. Nahwärmepufferspeicher mit zentraler und dezentraler Regelung, digital über PC, Tablet oder Mobiltelefon gesteuerte Heizsysteme, die Optimierung des Eigenstromanteils bei PV-Anlagen, Windenergie und RePowering sowie verlustfreie Dosierung von flüssigen Spurenelementen bei Biogasanlagen sind ebenfalls spannende Themen.

Management und Beratung

Wer seinen Betrieb weiterentwickeln will, braucht zuverlässige Ratgeber, verlässliche Finanzpartner sowie eine optimale Absicherung z. B. auch im Ertragsschadenfall. Dafür bieten Verbände, Landwirtschaftskammer, Interessenvereinigungen, Banken, Versicherungen und Steuerberatungsgesellschaften ein umfangreiches Portfolio.
Insbesondere die Vortragsveranstaltungen dürften von Interesse sein: Es geht dabei um aktuell brennende Themen wie Umsatzsteuerpauschalierung, Mindestlohn von Saisonarbeitskräften und geringfügig Beschäftigten sowie steuerliche Fallstricke bei Erbschaft oder Schenkungen. Des Weiteren beschäftigt sich ein Forum mit den für die Landwirtschaft zu erwartenden Rahmenbedingungen bis 2020. Wie Hofübergabe, Generationswechsel und die finanzielle Abwicklung derselben gut gelingen können, steht im Mittelpunkt eines weiteren Diskussionsforums. Beim Agrar-Karriere-Tag am Donnerstag (5. Februar) treffen sich Unternehmen und junge Leute, die den beruflichen Einstieg in die Agrarbranche planen. Ob schnelles Internet für Landwirte, EEG-Novellierung oder Milchquotenende: Die Vorträge bieten an allen Tagen eine für jeden passende ‚Fortbildung‘.

Die Landwirtschaftskammer NRW wartet zusätzlich zur Messepräsenz an den Nachmittagen mit Kurzvorträgen am Stand 5315 in der Halle Mitte auf. Vorrangige Themen: Tierwohl, Sachkunde im Pflanzenschutz und Nährstoffmanagement. Auch zu den Entwicklungen beim Bau- und Immissionsrecht, zu Schlachtdaten Online und zum von der Landwirtschaftskammer entwickelten Beratungsinstrument „Cows and more – was die Kühe uns sagen“ gibt es Auskünfte. Hinter letzterem Schwerpunkt verbirgt sich eine softwaregestützte, systematische Schwachstellenanalyse für die Milchviehhaltung. Vor dem Hintergrund des Milchquotenendes und derzeit magerer Preise ist die Ausschöpfung aller betrieblichen Potenziale von großem Interesse.

Mit ‚Think Pink‘ veranstalten AGRAVIS Raiffeisen AG, GFS Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG und Erzeugerring Westfalen am Freitagvormittag (6. Februar) von 11 bis 13.50 Uhr den Schweinetag Westfalen. Ein Auszug aus dem Programm: Initiative Tierwohl und die Vorbereitung auf das Erstaudit, Futterkonzepte für weniger Gülle im Hinblick auf die neue Düngeverordnung, Biosicherheit durch Hygienemanagement, gesunde Tiere und orale Medikation ohne Rückstände und Resistenzbildung. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Für die Planung des je eigenen Messeprogramms stehen Vorträge und Ausstellerverzeichnis unter www.agrarunternehmertage.de zur Verfügung. 
 
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Weitere Informationen: 
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