21.03.2022 | 11:13:00 | ID: 32628 | Ressort: Verbraucher | Verbrauch & Konsum

Unser Grundwasser, der unsichtbare Schatz Zum Weltwassertag am 22. März: 70 % des Trinkwassers aus dem Grundwasser entnommen

Stuttgart (agrar-PR) - Wie das Statistische Landesamt zum internationalen Tag des Wassers am 22. März mitteilt, stammen rund 70 % des im Land benötigten Trinkwassers aus Grundwasservorkommen und knapp 30 % sind Oberflächenwasser. Damit ist Grundwasser die wichtigste Trinkwasserressource in Baden-Württemberg. Grundwasser wird in Baden-Württemberg insbesondere in der Rheinebene oder in Oberschwaben entnommen, da dort die geologischen Voraussetzungen günstig sind. Oberflächenwasser wird von Fernwasserversorgungsunternehmen aus dem Bodensee, der Donau sowie der Talsperre Kleine Kinzig entnommen.

Allerdings wird der Anteil des Grundwassers am gesamt entnommenen Wasser in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten immer kleiner. Den stetig steigenden Trinkwasserbedarf seit den 2010er-Jahren hat das Oberflächenwasser nämlich deutlich stärker aufgefangen. Ingesamt haben öffentliche Versorgungsunternehmen ihre Entnahme von Wasser zwischen 2010 und 2019 um 8 % erhöht. Im selben Zeitraum wurde knapp 5 % mehr Grundwasser und 15 % mehr Oberflächenwasser entnommen.

Die öffentliche Wasserversorgung stellt auch der Wirtschaft Trinkwasser zur Verfügung, die ihrerseits darüber hinaus Wasser aus eigenen Brunnen zum Beispiel für die Versorgung der Belegschaft entnimmt. Weitere Anlässe, aus denen Unternehmen eigene Brunnen betreiben, ist die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sowie sonstige Betriebszwecke.

Hinsichtlich des gesamten Wasserbedarfs der Wirtschaft unterscheidet sich die Wasserherkunft je nach Qualitätsanforderungen und Wirtschaftszweig beträchtlich. So nutzen landwirtschaftliche Betriebe und Beregnungsverbände überwiegend eigene Brunnen für die Bewässerung der Flächen. Im Nahrungsmittelgewerbe wurden 2019 rund 40 % des Wassers von der öffentlichen Wasserversorgung gestellt und weitere knapp 25 % waren in Eigenregie entnommenes Grundwasser. Die chemische oder die papierherstellende Industrie, die einen geringeren Qualitätsanspruch an Kühlwasser hat, wie auch andere Wirtschaftszweige mit dominierendem Kühlwasserbedarf nutzen überwiegend Oberflächenwasser.

Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weiter mitteilt, wurden im Land 2019 rund 680 Millionen Kubikmeter (Mill. m³) Grundwasser entnommen3. Davon entfielen etwas weniger als 75 % auf die öffentliche Wasserversorgung (rund 500 Mill. m³) und etwas mehr als 25 % auf die Wirtschaft (rund 180 Mill. m³). Demgegenüber standen rund 2 700 Mill. m³ Oberflächenwasser, das zu etwas weniger als 10 % für die öffentliche Wasserversorgung (rund 200 Mill. m³) und zu über 90 % in der Wirtschaft (rund 2 500 Mill. m³) Verwendung fand. Darunter entfielen rund 2 200 Mill. m³ auf den Kühlwasserbedarf von Kraftwerken.

Mit dem Weltwassertag am 22. März machen die Vereinten Nationen auf Wasser als gefährdete Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam. Das diesjährige Motto »Unser Grundwasser, der unsichtbare Schatz« zielt darauf ab, Wert und Unverzichtbarkeit dieser Trinkwasserressource sichtbar zu machen und das Bewusstsein für deren Schutz und nachhaltige Nutzung zu stärken.
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