01.04.2009 | 00:00:00 | ID: 239 | Ressort: Landwirtschaft | Tier

Milchproduktion mit artgerechter Musik stimulieren

Bad Kreuznach (agrar-PR) - Mit einem wissenschaftlich fundierten Programm zur Förderung des Einsatzes geeig­neter Musikbeschallung in Stallanlagen will die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz die Milch- und Fleischproduktion im Land ankurbeln. Die Kammer bietet dazu jetzt professionelle Beratungsprog­ramme für Viehhalter an. Dabei geht es weniger um teure An­lagetechnik als vielmehr um die Schu­lung von Betriebsleitern, Mitarbeitern oder mithelfenden Familienangehörige für musi­kalische Vor­träge. Dass artgerechte Musik im Stall wahre Wun­der bewirkt, ist durch wissen­schaftliche Versuche und Langzeitstudien in England und Spa­nien eindeutig belegt. So be­schallt eine Farm bei Madrid ihre 700 Kühe jeden Tag mit Mo­zart. Die Kühe seien nicht nur ausgeglichener und einfacher im Umgang. Jede einzelne pro­duziere auch ein bis sechs Liter mehr Milch pro Tag.

Nach einer aktuellen Mitteilung der Kammer bedient sich das Schulungsprogramm des tradi­tionellen Liedguts, weil diese Musik ausgeglichener ist und eine Vertrautheit mit der Region vermittelt. Bei ersten praktischen Einheiten stehen daher A-Cappella-Versionen von Beetho­vens  'Ode an die Freu­de', Mozarts 'Ein Mägdlein oder Weiblein' aus der 'Zauberflöte' auf dem Programm sowie aus dem 'Zigeunerbaron' von Johann Strauß 'Mein idealer Lebens­zweck', wobei Schweinehaltern von Letzte­rem eher abgeraten wird. Ein Exkurs wird mit 'No Milk Today'' der britischen Popgruppe Hermans Hermits gewagt, eine Konzession an die EU, die für das Programm nur dann Fördermittel bewilligt, wenn der europäische Gedanke auch im Repertoire der Stallmusik zum Ausdruck kommt.

Grundlage der Weiterbildungsmaßnahme ist eine von Psychologen der University of Leices­ter durch­geführte Großstudie mit Kühen zur Ankurbelung der britischen Milchproduktion. Da­bei beschallten Adrian North und Liam MacKenzie neun Wochen lang rund Tausend Tiere. Tag für Tag bekam das Vieh zwölf Stunden lang schnelle oder langsame Musik verschiede­ner Stilrichtungen vorges­pielt. Ge­mächliche Titel mit einem Tempo unter 100 Beats pro Mi­nute (BPM) ließen die Milchausbeute im Ver­gleich zu musiklosen Tagen um durchschnittlich drei Prozent oder 0,73 Liter ansteigen. Nach aus­dauerndem Hören schnellerer Stücke über 120 BPM waren die Euter dagegen weniger gut gefüllt.

Die Kammer weist darauf hin, dass musikalische Vorkenntnisse der Kursteilnehmer ebenso wenig erforderlich sind wie Begabung. Ein Kammersprecher: "Die Tiere sind genügsam und längst nicht so anspruchsvoll wie ein Konzertpublikum."
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