08.03.2016 | 18:55:00 | ID: 21992 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Glyphosat-Zulassung: Höfken begrüßt Vertagung der EU-Abstimmung

Mainz (agrar-PR) -

Umweltministerin Ulrike Höfken hat die Vertagung der Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über die weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat begrüßt. „Endlich finden die massiven Proteste und die inzwischen zahlreichen kritischen Studien Gehör. Das ist ein erster Erfolg“. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass der in Pflanzenschutzmitteln enthaltene Wirkstoff wahrscheinlich krebserregend ist. Diese Bewertung müsse in die Entscheidung in Brüssel einfließen. „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich gegen eine Verlängerung der Zulassung auszusprechen“, so Höfken.

In Rheinland-Pfalz hat Ministerin Höfken den Pflanzenschutzdienst angewiesen, keine Genehmigungen für den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf öffentlichen Flächen zu erteilen. Dies sei schon allein wegen der erheblichen negativen Auswirkungen des Breitbandunkrautvernichtungsmittels auf die Umwelt und die Artenvielfalt erfolgt. Wegen dieser negativen Wirkungen auf die Umwelt hat der Bundesrat sich bereits 2013 auf Initiative von Rheinland-Pfalz für ein Verbot des Mittels in Haus- und Kleingärten und auch für eine Einschränkung des Einsatzes in der Landwirtschaft kurz vor der Ernte ausgesprochen. Etliche Baumarktketten haben bereits reagiert und Glyphosat-Produkte aus ihrem Sortiment gestrichen.

Glyphosat sei auch in Rheinland-Pfalz ein weit verbreitetes Unkrautvernichtungsmittel, das zum Beispiel unter dem Namen ‚Roundup‘ in jedem Baumarkt erhältlich sei. „Die bisherigen Abgabevorschriften für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel haben sich nicht bewährt. In der Praxis ist die Überwachbarkeit kaum gegeben“, erklärte Höfken. „Diese Mittel werden gerade im privaten Bereich und auf öffentlichen Flächen oft viel zu sorglos eingesetzt und landen dann in der Kanalisation. Viele Menschen sind sich über die Risiken für  Gesundheit und Umwelt gar nicht bewusst.“ Dabei seien Alternativen wie das Abflammen oder Ausreißen von Unkraut leicht umsetzbar. Städte wie zum Beispiel Mainz und Schifferstadt erledigten seit Jahren ihre Aufgaben bei der Pflege von Grün- und Freiflächen auf diese umweltfreundliche Weise. (mulewf-rlp)
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