09.04.2015 | 12:20:00 | ID: 20123 | Ressort: Umwelt | Umweltpolitik

3. Ökologisches Wertpapier aus MV kann ab heute erworben werden

Schwerin (agrar-PR) - Backhaus: Streuobstgenussschein ist Naturschutz für Jedermann

Heute wurde durch Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, im Schullandheim Gehren, Landkreis Vorpommern-Greifswald, offiziell der Startschuss für das dritte ökologische Wertpapier aus Mecklenburg-Vorpommern, den ‚Streuobstgenussschein‘, gegeben.

„Ich freue mich, dass wir nach den erfolgreichen Markteinführungen der Waldaktie und der MoorFutures nun den Streuobstgenussschein ins Leben gerufen haben. Wir wollen damit die Biodiversität unserer Natur erhalten und jedem die Möglichkeit bieten, sich daran zu beteiligen“, erklärte Dr. Backhaus heute.

Der Verlust der biologischen Vielfalt schreitet mit großer Geschwindigkeit voran. Allein mit klassischen Naturschutzkonzepten, die auf ordnungsrechtliche Auflagen und Verbote bauen, scheint eine Umkehr dieses Trends nicht erreichbar. Vor diesem Hintergrund muss eine stärkere ökonomische Ausrichtung der Biodiversitätspolitik erfolgen. „Unser Bundesland gehört mit den bereits erwähnten Wertpapieren weltweit zu den Vorreitern. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mittel- und Westeuropas und ihr Erhalt beziehungsweise ihre Neuanlage ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Wir müssen Anreize schaffen, damit dies uns allen bewusst wird und wir auch tatsächlich etwas tun können“, unterstrich der Minister.

Streuobstwiesen sind vorwiegend im 17. und v.a. im 18. Jahrhundert entstanden, um die Bevölkerung u.a. mit Obst zu versorgen. Seit den 1960ern ging der Bestand nach und nach durch geförderte Rodungen zurück, da Obstplantagen sich als wirtschaftlicher erwiesen.

Die Vorteile von Streuobstwiesen sind vielfältig: Als Flächen mit extensiv genutztem Baumbestand sind Streuobstwiesen wichtige Trittsteinbiotope und Verbindungskorridore zwischen unterschiedlichen ökologisch wertvollen Lebensräumen. Streuobstwiesen geben ca. 5.000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Mehr als 1.000 wirbellose Tierarten kann ein einziger Apfelbaum beherbergen, wie Schmetterlinge, Käfer, Ameisenarten, Wespenarten, Würmer und Schnecken. Bis zu 40 Vogelarten können in einer Streuobstwiese leben, wie verschiedene Meisenarten, Steinkauz, Wiedehopf, Wendehals, Goldammer oder Gartenrotschwanz. Streuobst umfasst eine große Sortenvielfalt. Ca. 3.000 Sorten, mehr als 1.200 Apfelsorten, 1.000 Birnensorten, 250 Kirschsorten und 320 Zwetschgensorten sind bekannt. Streuobstwiesen sind damit das Genreservoir alter Regionalsorten. „Diese beeindruckenden Zahlen verdeutlichen umso mehr, welche Verantwortung wir haben, diese Flächen zu schützen. Damit kommen wir auch einer Forderung unseres Biodiversitätskonzeptes nach. Mit dem Streuobstgenussschein haben wir nun ein Instrument entwickelt, das es Interessierten ermöglicht, die Ziele des Konzeptes finanziell zu unterstützen“, sagte Dr. Backhaus.

Mit dem Genussschein sollen bestehende Streuobstwiesen erhalten oder neue kultiviert werden. Wer eine Streuobstwiese anlegen oder den Erhalt einer bereits bestehenden sicher stellen möchte, kann sein Vorhaben als Projektträger beim LU oder bei der Akademie für Nachhaltige Entwicklung einreichen. Die notwendigen Mittel werden durch den Streuobstgenussschein eingenommen. Er kostet 10 Euro und mit dieser Summe kann zum Beispiel der jährliche Pflegeschnitt eines Baumes durchgeführt werden. Zehn Streuobstgenussscheine, also 100 Euro, kostet die fachgerechte Pflanzung eines Baumes inklusive Verbissschutz und eines fachgerechten Baumschnittes. „Unsere ersten Projekte werden hier am Schullandheim in Gehren und auf einem Resthof in Kneese, vom Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V., starten. Außerdem werden den Scheininhabern zukünftig Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Streuobstwiese angeboten. Insofern lade ich Sie alle herzlich ein, sich an diesem einzigartigen Projekt zum Wohle der Natur zu beteiligen. Zu den ersten Investoren gehören übrigens bereits die WEMAG AG, das Hotel Speicher am Ziegelsee und die Natur Erleben gGmbH“, so der Minister.

Weitere Informationen und Modalitäten für den Erwerb des Streuobstgenussschein sind auf der Internetseite www.streuobstgenussschein.de sowie auf dem beigefügtem Flyer erhältlich. (regierung-mv)

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