26.03.2009 | 10:00:00 | ID: 211 | Ressort: Verbraucher | Verbrauch & Konsum

Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes 2008 real um 1,6 Prozent gestiegen

Saarbrücken (agrar-PR) - Nach neuesten Berechnungen wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Saarlandes für das Jahr 2008 auf 31,2 Milliarden Euro veranschlagt. Wie das Statistische Amt mitteilt, waren dies nominal 2,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Damit hat sich die Konjunktur im Saarland zum Jahresende hin spürbar abgekühlt. Konnte man zur Jahresmitte noch von einem realen Wachstum von 3,4 Prozent ausgehen, so führte die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise im letzten Quartal 2008 auch im Saarland zu drastischen Einschnitten. Dennoch verlief die Wirtschaftsentwicklung hierzulande insgesamt besser als in den meisten anderen Bundesländern. Für ganz Deutschland errechnete sich ein reales BIP-Wachstum von 1,3 Prozent, bei einer nominalen Zunahme von ebenfalls 2,9 Prozent.

Dies sind die aktuellen Ergebnisse des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem alle Statistischen Landesämter angehören. Die Zahlen dieser so genannten 2. Fortschreibung stammen aus einer erweiterten und verbesserten Datenbasis für das gesamte Jahr. Dennoch sind auch die nun vorliegenden Ergebnisse weiterhin als vorläufig zu betrachten.

Die saarländische Wirtschaft konnte 2008 zunächst an den seit 2004 anhaltenden Konjunkturaufschwung anknüpfen. Nach dem ersten Halbjahr 2008 rangierte sie mit einem realen Wachstum von 3,4 Prozent bundesweit ganz vorne. Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise stürzten im Herbst dann aber auch die bisher so robusten Stützpfeiler der Saarwirtschaft in die Krise. Auftragseingänge, Produktion und Umsatz brachen etwa ab Oktober schlagartig ein. Von einem Monat zum anderen schrumpften die Konjunkturindikatoren fast aller wichtigen Branchen um 20 bis über 30 Prozent. Aufgrund der großen Wachstumserfolge, die im Laufe der letzten Jahre angehäuft wurden, bewegte sich das gesamtwirtschaftliche Geschehen im Saarland am Jahresende dann aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau.

Die wichtigsten Industriezweige verzeichneten 2008 folgende Entwicklungen: In der Metallerzeugung und -bearbeitung stiegen die Auftragseingänge um 6,3 Prozent, die Umsätze um 8,8 Prozent. Die Hersteller von Metallerzeugnissen verbesserten ihre Auftragslage um 5,7 Prozent und ihre Erlöse um 7,7 Prozent. Der Maschinenbau meldete bei den Aufträgen ein Plus von 14,3 Prozent und eine Umsatzsteigerung von 16,9 Prozent. In der Automobilproduktion lagen die Auftragseingänge dagegen um 2,6 Prozent unter den Vorjahreswerten, während die Umsätze noch um 7,1 Prozent weiter anstiegen. Auch das Ernährungsgewerbe und die Chemische Industrie berichteten von einem insgesamt positiven Geschäftsverlauf, wohingegen die Gummi- und Kunststoffbranche wie auch die Elektroindustrie bereits deutlich ins Minus abgerutscht waren.
Bundesweit haben sich die genannten großen Industriezweige bei ihrer Umsatzentwicklung durchweg ungünstiger dargestellt als im Saarland: Metallerzeugung und -bearbeitung + 2,8 Prozent, Herstellung von Metallerzeugnissen + 5,2 Prozent, Maschinenbau + 8,2 Prozent, Fahrzeugbau - 0,3 Prozent.

An der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Saarlandes hat das Verarbeitende Gewerbe einen Anteil von 29,7 Prozent. Davon entfallen allein 22,5 Prozentpunkte auf diese vier großen Industriezweige. Die bundesdurchschnittlichen Vergleichszahlen hierzu liegen bei 23,9 Prozent bzw. 10,9 Prozentpunkten. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen führten diese Ergebnisse zu einer Steigerung der Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe des Saarlandes um nominal 5,2 Prozent (bundesweit 1,0 %) und preisbereinigt 4,7 Prozent (bundesweit 0,6 %). Wegen des im Bundesvergleich hohen Anteils der Industrie an der Gesamtwirtschaft des Saarlandes gab es damit entsprechend starke Wachstumsimpulse aus dem Verarbeitenden Gewerbe.

Außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes verlief die Konjunktur im Saarland eher uneinheitlich. Während der Energiesektor die Flaute bereits deutlich zu spüren bekam, segelte das Baugewerbe noch kräftig im Aufwind. Handel und Gastgewerbe blieben weiterhin hinter den Erwartungen zurück, und auch bei den Dienstleistungsbranchen waren insgesamt nur schwache Antriebskräfte zu verspüren.

Weitere Daten zur konjunkturellen Entwicklung im Saarland finden sich im Internetangebot des Statistischen Amtes.

Die aktuellen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung in den Bundesländern sowie methodische Erläuterungen stehen im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ zur Verfügung.
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