28.07.2023 | 10:20:00 | ID: 37009 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Erneute Trockenheit lässt Getreideernte in Baden-Württemberg voraussichtlich mäßig ausfallen

Stuttgart (agrar-PR) - Nach erschwerten Aussaatbedingungen durch nasse Böden im Frühjahr beeinflusste die anhaltende Trocken- und Hitzeperiode im Mai und Juni vielerorts die Pflanzen- und somit Ertragsentwicklung.
So fallen die Mitteilungen der Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg für die erste Ernteschätzung im Juni 2023 überwiegend verhalten aus.

Die Getreideernte (ohne Körnermais) wird demnach voraussichtlich gut 2,6 Millionen Tonnen (Mill. t) erreichen. Dies entspricht etwa 8 % weniger als letztes Jahr (2,9 Mill. t) sowie 7 % weniger als im 6-jährigen Mittel.

Bei einer leicht verringerten Anbaufläche der wichtigsten Getreideart Winterweizen (211.900 ha) und einem geschätzten Ertrag von 6,9 t/ha wird mit einer Erntemenge von rund 1,5 Mill. t gerechnet. Der Ertrag liegt somit etwa je 8 % unter dem Vorjahrjahreswert sowie unter dem 6-jährigen Mittel.

Bei der Wintergerste liegt der im Juni geschätzte Ertrag bei knapp 7,0 t/ha, das sind fast 5 % weniger als letztes Jahr und knapp 1 % weniger als im 6-jährigen Mittel. Auf einer Anbaufläche von 83.700 ha werden somit rechnerisch rund 0,58 Mill. t produziert. Bei Triticale wird der Ertrag 6 % niedriger als letztes Jahr und 2 % niedriger als im 6-jährigen Mittel geschätzt (6,8 t/ha). Durch die verringerte Anbaufläche beläuft sich Erntemenge auf fast 19 % weniger (0,13 Mill. t) als im letzten Jahr.

Bei Roggen (inklusive Wintermenggetreide) deuten die Ertragsschätzungen auf bessere Bedingungen als im letzten Jahr hin. Mit 5,0 t/ha liegt der Ertrag gut 11 % höher, aber immer noch 4 % unter dem Sechsjahresmittel. Bei einer deutlichen Zunahme der Anbaufläche (+ 17 %) kann somit mit einer deutlich höheren Erntemenge von 55.000 t (+30 %) gerechnet werden.

Bei den Sommergetreidearten fallen die ersten Ertragsprognosen schlechter aus. Sommergerste kommt auf einer ähnlich großen Fläche wie letztes Jahr bei einem bisher angenommenen Ertrag von 4,9 t/ha (−12 %) auf eine ebenfalls kleinere Erntemenge von rund 0,30 Mill. t (−12 %). Bei Hafer nimmt die Anbaufläche zwar um 8 % zu (18.800 ha), dies reicht aber nicht aus, den schlechten Ertrag von 4,2 t/ha auszugleichen. Somit beläuft sich die Erntemenge auf 79.000 t.

Aufgrund der guten Erträge und Qualitäten im letzten Jahr wurde die Fläche von Winterraps um 11 % ausgeweitet. Bei einem ähnlichen Ertrag wie im Sechsjahresmittel (3,9 t/ha, −1 %) beläuft sich die Erntemenge voraussichtlich auf 0,20 Mill. t.

Die obigen Angaben zum Stand Juni 2023 müssen aufgrund der vergleichsweise begrenzten Zahl an Berichterstattenden noch als vorläufige Ertragsschätzungen angesehen werden. Erste Ertragsschätzungen im Juli sowie erste Ergebnisse der exakten Ertragsbestimmung im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) lassen ein insgesamt etwas positiveres Ertragsbild erwarten. Ein erstes Ergebnis aus der BEE wird voraussichtlich Ende August vorliegen.‫‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬

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